Seltene Beobachtung

Corona-Folge im MK: Rehe statt Kinder auf Spielplatz im Wohngebiet

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Lüdenscheid - Seit dem 17. März sind alle Spielplätze in Lüdenscheid gesperrt. Kinder dürfen die Schaukeln und Klettergerüste nicht mehr nutzen. In Corona-Zeiten ist es auf den einstigen Tummelplätzen ruhig geworden.

Wo sich der Mensch zurückzieht, übernimmt die Natur das Zepter. Sinnbildlich dafür steht eine Beobachtung, die LN-Leserin Sükran Cura am Dienstagabend vor ihrer Haustür machte. Cura wohnt am Vogelberg, mitten im Wohngebiet. Der Spielplatz befindet sich zwischen den Großwohnblöcken am Vogelberger Weg und der Reihenbebauung an der Straße „Wacholderstück“.

Seit zehn Jahren wohnt sie dort, doch so etwas hatte sie noch nie gesehen: In der Abenddämmerung spazierten drei Rehe entlang der abgesperrten Spielgeräte über den Sand. Für Gerrit Cramer, Sprecher des Hegerings Lüdenscheid, eine Folge der Corona-Stille. „Wenn dort Kinder gewesen wären, wären die Rehe nicht da“, sagt Cramer. Rehwild sei ruhebedürftig. Es halte sich dort auf, wo es nicht gestört wird. 

Das war auch vor Corona schon der Siedlungsbereich zum Beispiel auf Friedhöfen oder in großen Gärten, betont der Wild-Experte. Der Grund: Die Tiere sind „Konzentratselektierer“, weiß Cramer. Mit anderen Worten: Sie sind bei der Futtersuche sehr wählerisch. „Rehe äsen kein Gras, sondern Kräuter, junge Triebe und Knospen“, sagt der Hegering-Sprecher. Die Ruhe und das Nahrungsangebot könnten dazu führen, dass sich Rehe auch einen Spielplatz als Lebensraum erschließen.

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