Brief an Bürgermeister und Landrat

Corona: Eltern-Vertreter appellieren, Präsenzunterricht fernzubleiben

Adolf-Reichwein-Gesamtschule Lüdenscheid
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Die Schulpflegschaft der Adolf-Reichwein-Gesamtschule forderte, die Kinder bis zu den Osterferien nicht in den Präsenzunterricht zu schicken.

Aufgrund der weiterhin extrem hohen Inzidenz in Lüdenscheid und dem gesamten Märkischen Kreis, ruft die Schulpflegschaft der Lüdenscheider Gesamtschule dazu auf, die Kinder vor den Osterferien zu Hause zu lassen.

Lüdenscheid – Mit einem offenen Brief wandten sich Vertreter der Adolf-Reichwein-Gesamtschule am späten Sonntagnachmittag an Landrat Marco Voge mit der Bitte um schnelles Handeln, denn: „Leider müssen hier im Kreis mit einer aktuellen Inzidenz von ca. 200 mit steigender Tendenz die Schulen geöffnet bleiben. Die lokale Lüdenscheider Inzidenz liegt bei fast 300!“, schreiben Schulpflegschaftsvorsitzender Ralf Bechtel und sein Stellvertreter Kalle Neumann. Und: „Auf Weisung der Landesministerin Frau Yvonne Gebauer ist an eine Schulschließung erst zu denken, wenn sich gezeigt hat, dass die Maßnahmen aus der Allgemeinverfügung des Kreises keine Wirkung zeigen.“

Das halten die Vertreter der größten Lüdenscheider Schule mit circa 1300 Kindern für gegeben. Sie nennen die jüngste Allgemeinverfügung des Kreises vom 19. März einen „zahnlosen Papiertiger“: unbrauchbar für die Praxis, kaum kontrollierbar und zudem „leider viel zu spät“ gekommen.

Appell an Landrat Marco Voge

Längst habe sich zudem gezeigt, dass der Distanzunterricht gut funktioniere. Der aktuelle Präsenzunterricht habe hingegen nicht viel mit dem Unterricht zu tun, wie man ihn aus Zeiten vor der Pandemie kenne. Deshalb fragen die beiden Elternvertreter: „Worauf wartet man noch? Wann setzt endlich der gesunde Menschenverstand in Düsseldorf ein?“ Und sie appellieren an den Landrat, „unverzüglich auch jenseits der sogenannten Allgemeinverfügung Handlungen zu ergreifen und die Interessen der Schülerinnen und Schüler, der Eltern, der Lehrerinnen und Lehrer aktiv in Düsseldorf durchzusetzen und nicht erst auf eine landesweite Notbremse zu hoffen“.

Vor einer Woche habe es noch geheißen, Schulen seien keine Hotspots. „Das stimmte sogar. Schulen konnten auch keine Hotspots sein, weil diese ja vorher weitestgehend im Präsenzunterricht nicht in Betrieb waren. Warum macht man nun Hotspots aus ihnen?“, fragen Bechtel und Neumann und verbinden das mit einer Empfehlung als Vorstand der Schulpflegschaft an alle Eltern, „denen die Gesundheit ihrer Kinder und Familien am Herzen liegt: Schicken sie ihre Kinder in der letzten Woche vor den Osterferien nicht in den Präsenzunterricht!“.

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