Kunden verunsichert

Corona-Ärger im MK: Selbsttest-Malheur für den Friseur

Gruppe mit Corona-Selbsttests
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Saloninhaber Jan Riepegerste (links) hat genug Schnelltests parat. Sein Sohn Jacob Riepegerste und Mitarbeiterin Sandra Hofmann wollen den Kunden die Angst vor dem Test nehmen.

Die Friseursalons sind derzeit zwar geöffnet. Aber dafür ist der Andrang nicht so groß, wie es sich die Betreiber erhoffen. Oftmals liegen zwischen Kundenterminen große Lücken. Für Jan Riepegerste, Inhaber zweier Friseursalons, liegt der Grund in der schlechten Kommunikation vonseiten der Politik.

Lüdenscheid - Denn die Kunden wüssten nicht, dass sie vor Ort ihren benötigten Schnelltest machen können. Zur Erklärung: Zunächst war im Märkischen Kreis ein beglaubigter Schnelltest definitiv vonnöten, um sich frisieren zu lassen. Dann die Wende: Auch Schnelltests vor Ort würden ausreichen. Die Verwirrung vor knapp zwei Wochen war groß (wir berichteten).

Und diese hält in den Augen Riepegerstes weiter an: „Die Kunden kommen nicht, weil sie verunsichert sind. Wir erhalten viele Absagen. Unsere Stimmung ist schlecht und die Läden sind leer.“ In der friseurinternen WhatsApp-Gruppe erhält der Lüdenscheider von den Kollegen ähnliche Rückmeldungen. „Bei keinem Kollegen läuft es derzeit rund. Dabei wäre ein Friseurbesuch ja derzeit eines der wenigen Highlights. Die Städte sind ja ansonsten menschenleer.“

Lüdenscheider Friseur will Kunden die Angst nehmen

Riepegerste möchte vor allen Dingen den Kunden die Angst nehmen, zum Friseur zu gehen. „Sie müssen einfach kommen, dann können sie vor Ort bei uns einen Test für fünf Euro erwerben. Bei uns sind die Kunden sicher.“ Riepegerste stellt den Kunden sowohl Spucktests als auch Nasen-Rachen-Tests zur Verfügung.

Auch Achim Schilling, Obermeister der Friseurinnung im Märkischen Kreis, hält genug Schnelltests bereit. Allein die Kunden kommen nicht. „In den Regionen, in denen Tests in Friseurläden gemacht werden, ist ein Kundenrückgang von 30 bis 40 Prozent zu verzeichnen“, sagt der Lüdenscheider, der seinen Friseursalon am Lüdenscheider Rathausplatz betreibt.

Der Schnelltest sei ein Umstand, der viele Kunden davon abhält, zum Friseur zu gehen, sagt Schilling, der mit einem kleinen Einbruch schon rechnete: „Wir hatten nach dem langen Lockdown einen sehr guten März mit enorm vielen Kunden. Deswegen war auch mit einem leichten Rückgang der Kundenzahlen zu rechnen. Aber jetzt liegen wir enorm unter den Zahlen des Vorjahres.“

Die Tatsache, dass sich die Kunden beim Friseur testen lassen müssen, bewertet der Friseur trotzdem positiv, denn: „Dadurch fühlen auch wir uns sicherer und besser. Es gibt uns ein gutes Gefühl.“

Allerdings sei für ihn der erste Schritt zum Test der entscheidende. „Für die meisten Kunden ist der erste Test der Hemmschuh. Wenn sie schon mehrmals getestet wurden, bekommt man eine gewisse Routine. Dann fühlen sich unsere Kunden auch entspannter.“

Zudem seien die Kunden darüber verwundert, dass andere körpernahe Dienstleistungen wie beispielsweise der Zahnarztbesuch weiterhin testfrei ablaufen. „Diese Auslegung finde ich auch sehr interessant“, äußert Schilling durchaus sein Unverständnis über die unterschiedliche Auslegung.

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