Cordula Bock seit 18 Jahren Tagesmutter mit Herz

Nur zusammen sind sie stark (v.l.): Angèle Espermann-Jansen (Tupf), Tagesmutter Cordula Bock sowie Hermann Scharwächter und Sefanie Dittmar (Jugendamt).

LÜDENSCHEID ▪ Cordula Bock kann organisieren, ist flexibel, zuverlässig, kinderlieb und voller Energie – allesamt Eigenschaften, die wie geschaffen sind für eine Tagesmutter.

Genau diesen Beruf übt die viermalige Mutter, deren zwei Jungs und zwei Mädchen inzwischen schon zwischen 16 und 22 Jahren sind, bereits seit 18 Jahren aus. Vor acht Jahren spezialisierte sie sich auf die Betreuung unter Dreijähriger. Fünf Kinder, das jüngste ist gerade einmal fast vier Monate jung, betreut Cordula Bock täglich zwischen 7 und 16 Uhr in ihrem Haus an der Lisztstraße. Die Betreuungszeiten richten sich ganz nach den Bedürfnissen der Eltern. „Diese Aufgabe muss einem liegen und der Funke zwischen Eltern und mir muss überspringen. Außerdem muss das Kind in die Gruppe passen“, weiß die erfahrene Tagesmutter. Da ist also auch sehr viel Fingerspitzengefühl gefragt.

Sandra Berk bringt ihre zweijährige Tochter Leni-Marie seit dem Sommer 2010 zu Cordula Bock. „Ich muss bis 15 Uhr arbeiten und da kam nur die Betreuung über eine Tagesmutter in Frage. Hier fühlt sich mein Kind sehr wohl. Die Chemie passt einfach“, lobt sie das passgenaue Angebot und die verlässliche Betreuung.

Immer noch gebe es eine falsche Vorstellung von Tagesmüttern, sagt Stefanie Dittmar vom Jugendamt. „Dabei ist die Qualifizierung vergleichbar mit der einer Erzieherin im Kindergarten.“ Fort- und Weiterbildungen kommen hinzu. „Frau Bock ist einer unser verlässlichen Partner“, fügt Jugendamtsleiter Hermann Scharwächter hinzu. Zurzeit bestehen in Lüdenscheid 116 Tagespflegeplätze, davon 63 im U 3-Bereich. Sie sollen bis 2013 möglichst auf 100 ausgebaut werden. Eine unverzichtbare Plattform, um diesem Ziel näher zu kommen, ist der Verein für Tages- und Pflegeeltern (Tupf). Angèle Espermann-Jansen und ihr Team stehen für Beratung, Begleitung und Vermittlung zur Verfügung. „Auch der Austausch bei den Treffen der Tagesmütter ist wichtig“, sagt Espermann-Jansen. „Ohne den Verein wäre ich nicht da, wo ich heute bin“, unterstreicht Cordula Bock. Auch die Unterstützung durch das Jugendamt sei hervorragend.

Trotz des professionellen Abstandes entsteht natürlich im Lauf der Zeit eine enge Bindung zwischen Tagesmutter und den betreuten Kindern. „Wenn die Zeit zuende ist und sie gut vorbereitet in den Kindergarten kommen, dann blutet einem doch schon einmal das Herz“, gibt Cordula Bock zu. Mitunter gibt‘s auch viel später noch ein Wiedersehen. „Ein Junge, der vier Jahre bei mir war, ist heute 20 und kommt manchmal sonntags noch zum Frühstück“, freut sie sich. Wenn das nicht das dickste Lob ist, das eine Tagesmutter erhalten kann...

Wer sich für eine Qualifizierung zur Tagesmutter interessiert, kann sich an das Jugendamt (Stefanie Dittmar: 02351/17 16 35) oder den Verein Tupf (Angèle Espermann-Jansen (02351/861494) wenden. Weitere Infos unter http://www.tupf-luedenscheid.de

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