"Commander"-Kirmes-Unfall: Prozess beginnt

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Retter im Einsatz: Neun Menschen wurden am 29. Mai 2010 beim „Commander“-Unfall auf der Kirmes verletzt. 

LÜDENSCHEID - Das Unglück im Kirmes-Fahrgeschäft „Commander“, bei dem am 29. Mai 2010 auf der Hohen Steinert neun Menschen zum Teil schwer verletzt wurden, hat nun doch ein gerichtliches Nachspiel.

Die Beschuldigten, ein Bremer Schausteller und sein Vater, haben die Strafbefehle des Amtsgerichts offensichtlich nicht akzeptiert und lassen es nun auf einen öffentlichen Prozess ankommen.

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Dabei hatte der zuständige Staatsanwalt Bernd Maas die Tatsache, dass es ursprünglich bei Geldstrafen bleiben sollte, mit dem vergleichsweise geringen „Maß des pflichtwidrigen Handelns“ begründet. Die beiden Schausteller hätten stets sämtliche technische Prüfungen ordnungsgemäß absolviert und peinlich genau dokumentiert. Die Gondeln ihres Karussells „Commander“ seien Zug um Zug erneuert worden, die im Mai abgerissene Gondel sei auch noch an der Reihe gewesen. Aber es war zu spät. Gegen 21 Uhr am Unglücksabend löste sich das Teil und prallte vor ein Gitter. Neun Menschen aus Lüdenscheid, Kierspe und Unna wurden verletzt, kamen aber glimpflich davon. Ein 18-jähriger Lüdenscheider musste mit einem Beinbruch ins Klinikum transportiert werden. Offenbar ungeklärt sind noch zivilrechtliche Ansprüche der Betroffenen gegenüber den Schaustellern. Die Ermittlungen gegen einen Prüfer des TÜV sind inzwischen eingestellt.

Der Strafprozess gegen die Angeklagten aus Bremen beginnt am nächsten Donnerstag um 10 Uhr im Saal 125 des Amtsgerichtes. Die Hauptverhandlung soll am 4. und 11. Oktober fortgesetzt werden. - omo

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