Comedian Dave Davis im Kulturhaus: Afrikanische Gelassenheit

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Immer wieder mahnte Dave Davis zu afrikanischer Gelassenheit.

Lüdenscheid - "Warum schauen die Deutschen, Bewohner eines der reichsten Länder der Erde, immer aus wie Karl Dall nach dem Aufprall, während den Afrikanern, die nichts haben, stets die Sonne aus dem Popo scheint?“ Diesen und noch vielen anderen einleuchtenden Fragen ging Comedian Dave Davis am Sonntagabend im Theatersaal des Kulturhauses nach.

Wenn jemandem die Sonne aus dem Popo scheint, dann diesem waschechten „köl’schen Jung“ mit ugandischen Wurzeln. Mitgebracht hatte er sein aktuelles Programm „Afrodisiaka“, bewusst mit F geschrieben, denn es gehe um (afrikanische) Lebensfreude, erklärt Davis.

Sein alter Ego "Motombo" ist an diesem Abend nur rein äußerlich nicht mit dabei – den charakteristischen Kittel mit Mütze trägt der Comedian zwar nicht, dennoch ist Motombo stets präsent durch Davis’ unvergleichliche Art, inmitten lockerer Plauderei und lässig eingestreuter Witzen jede Political Correctness über Bord zu werfen - und das ganz nebenbei und ohne, dass man ihm böse sein kann.

Unbeschwert kriegen die Deutschen ebenso wie die Afrikaner mit ihren ganz unterschiedlichen Marotten komödiantisch ihr Fett weg. Nein, Hitler sei in Deutschland nicht mehr an der Macht, erklärt er einem Kumpel in Afrika bei einem Telefongespräch. „Nee, die haben jetzt eine Frau, ist das gleiche, nur ohne Schnurrbart.“

Die knurrige Stimme Hitlers imitierend, deckt Davis immer wieder die trockene, oft mürrische Art der Deutschen auf. Ähnlich kritisch geht der Comedian allerdings mit den Afrikanern ins Gericht, indem er sich zum Beispiel nicht scheut, deren Homophobie aufs Korn zu nehmen. Aus einer PET-Flasche trinken? Lieber nicht zu oft, schließlich sorgen die Plastikflaschen doch für Östrogene im Mineralwasser, wodurch die weiblichen Eigenschaften des Trinkenden stärker zutage treten.

Gesellschaftskritik in jeder Form kommt bei Dave Davis ebenfalls nicht zu kurz, zum Beispiel gegen manche Frauen, die stets Diäten aus Zeitschriften wie „Igitte“ und „Frau im Koma“ machen und dann plötzlich so dünn sind, dass man sie mit einem Teelicht durchleuchten kann. „Da halte ich es doch eher mit der Wodka-Diät“, meint Davis, „bei der verliert man in einer Woche drei Tage!“

Obwohl immer der Spaß im Vordergrund steht, nimmt der Comedian auch zu den Anschlägen in Paris Stellung und fordert seine deutschen Landsleute auf, wegen ein paar Mördern nicht den Islam zu verteufeln. Stattdessen mahnt der Comedian zu afrikanischer Gelassenheit. „Ganze zwei Personen sind in Deutschland bisher durch Islamisten zu Tode gekommen.

Viel mehr Menschen ersticken an Fischgräten – deshalb lauft ihr doch auch nicht vor Käpt’n Iglo weg!“ Davis plädiert für Multikulti und stellt den Zuschauern zum Beispiel seinen asiatischen Freund vor, der Lektor in einer Glückskeksfabrik ist.

Nach einer grandiosen Udo-Lindenberg-Parodie und dem donnernden Applaus des Publikums gibt der Comedian Dave Davis seinen Fans noch einen guten Ratschlag mit auf den Weg. „Es geht immer um den Moment im Leben und darum, auch mal was Verrücktes zu tun, und das vor der „Torfatmung im Hotel Waagerecht!“

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