Club Aktiv entlastet Vorstand – und schließt

Die letzte Versammlung: Einstimmig entlasteten die Club-Aktiv-Mitglieder den Vorstand, der nach 30 Jahren Vereinsgeschichte jetzt den Insolvenzantrag stellen musste.

LÜDENSCHEID ▪ Es dauerte 30 Minuten, dann waren 30 Jahre Vereinsgeschichte vorbei. Noch einmal entlasteten 35 eingetragene Mitglieder des Clubs Aktiv unter mehr als 120 Anwesenden am Montag in einer außerordentlichen Versammlung im Gothaer Haus ihren Vorstand. Der hatte mit einem Insolvenzantrag das Schicksal des überschuldeten Vereins pflichtgemäß besiegelt – und das Warum erklärt. Kritische Fragen gab es nicht mehr.

Es waren vor allem Mietschulden im hohen fünfstelligen Bereich, die den Vorstand um Gretel Lietz-von der Crone veranlasst hatten, am 19. August den Antrag zu stellen – „schweren Herzens“, wie sie sagte. Dies, nachdem die Mendener Wohnungsgenossenschaft GBS als Vermieterin dem Club weder die Schulden erlassen noch eine Abstufung der Miete um drei Viertel hinnehmen wollte. Hinzu kam nach hoffnungsvollem Start unter dem neuen Vorstand rasch die Erkenntnis, dass man viel Enthusiasmus nicht wieder auf den grünen Zweig kommen würde. Der harte letzte Winter sorgte gleich wieder für leere Bänke, auch im weiteren Jahresverlauf zeichneten sich Verluste ab, die bisher die Höhe von 7000 Euro erreichten. Die Mitgliederzahl stagnierte auf niedrigem Niveau, und so waren die Umsätze, die der Verein zum Überleben gebraucht hätte, nicht mehr zu erzielen. Als Schatzmeister Martin Schulze der Versammlung all das erklärt hatte, erfolgte die Entlastung auf Antrag von Erika Weller, die sich wie viele andere lange Jahre ehrenamtlich im Club engagiert hatte. Dem Helferteam sprach Gretel Lietz-von der Crone denn auch nochmals ihren besonderen Dank aus.

Vorwürfe an die Adresse der GBS gab es von Seiten des Vorstands nicht – die Genossenschaft habe dem Club die Mietschuld wiederholt gestundet. Auch bei der Stadt konnte sich die Vorsitzende nur für deren wiederholte Unterstützung bedanken. Nochmals finanziell aushelfen könne die Stadt im Nothaushalt nicht.

Besonders bitter: Hans-Joachim Brüßler, Kreisgeschäftsführer des DRK und als Berater stets an der Seite des Clubs, konnte den versammelten Menschen auch weiterhin keine Ausweichmöglichkeit in der Innenstadt nennen. Zwar gebe es die Awo-Seniorentagesstätte, doch dort würden die Gruppen kaum hineinpassen. Den Chören und Vereinen, die diese Freizeitstätte für ihre Proben und Veranstaltungen nutzten, bot das Rote Kreuz bekanntlich Übergangsquartiere an.

Der Club Aktiv schließt seine Räume am Mittwoch nach dem Mittagessen zum letzten Mal ab. Das gilt auch für das beliebte Kleiderstübchen. Alles weitere ist Sache des noch unbekannten Insolvenzverwalters.

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