Clowns für die Kinderklinik in Lüdenscheid-Hellersen

Der zweijährige Ben war gestern das erste Kind in der Kinderklinik, das die Clowns Antonella (Ursel Penkel) und Pampel (Thomas Wewers) näher kennenlernen durfte. Mit dabei: Mama Jessica Stein und Papa Marco Dulinski.

LÜDENSCHEID ▪ Erin staunt: Auf einmal sind da diese beiden Clowns Antonella und Rasmus in seinem Krankenzimmer. Die beiden telefonieren miteinander – dabei stehen sie nur einen Schritt auseinander. Nur deshalb können sie sich mit ihren Telefonkabeln verheddern und mühsam wieder entflechten. Der Junge staunt und denkt bestimmt einige Augenblicke nicht an die Krankheit, wegen der er in der Kinderklinik in Hellersen liegt.

Ab Februar werden Ursel Penkel als Clownin Antonella und Thomas Wewers als Clown Pampel regelmäßig im Klinikum Hellersen zu Gast sein. Beide gehören zum Verein Clownsvisite, der bisher in Kliniken im und um das Ruhrgebiet herum tätig ist. „Ich freue mich riesig, dass das in meiner Stadt und meinem Krankenhaus klappt“, sagte Thomas Wewers gestern bei der Vorstellung des Konzeptes, das der Förderverein der Kinderklinik unterstützt. Jeweils zwei Clowns besuchen die Kinder drei Stunden lang, machen Ängste vergessen und unterstützen die medizinischen Bemühungen durch die heilende Wirkung des Humors. Dabei müssen die Fachkräfte für Kinderspaß natürlich deren körperliche Verfassung im Blick haben: Ein Kind, das frisch am Blinddarm operiert wurde, darf selbstverständlich nicht schallend lachen. Und auch sonst gehört viel Sensibilität dazu, unter den „vier Stufen der Annäherung“ die für die jeweiligen Kinder richtige zu wählen. Dafür haben Ursel Penkel und Thomas Wewers besondere Ausbildungen absolviert. Über den Verein „Clownsvisite“ haben sie darüber hinaus Zugang zu einem monatlichen Training, zu Supervisionen und Fortbildungen. Die Arbeit, die „sehr viel Spaß macht“ ist zugleich sehr anstrengend: „Nach drei Stunden bin ich platt“, sagt Thomas Wewers und verweist auf die vielen Ansprüche, denen die Clowns bei ihrer Arbeit begegnen: Ihre eigenen sowie die von Kindern, Eltern und vom Klinikpersonal. „Man muss alle Antennen ausfahren.“ Im Duo falle die Arbeit viel leichter, erklären die beiden Clowns: Antonella und Rasmus können die Rollen des „roten Clowns“ mit niedrigem Status und des „weißen Clowns“ mit hohem Status verteilen und damit spielen. So ließen sich leichter Bündnisse mit den Kindern schließen, erklären sie.

Weil die Klinik dank fortgeschrittener Technik in den Rettungswagen auf ein besonderes Fahrzeug für Babys in Not verzichten konnte, kann der Förderverein freigewordene Mittel für das Clownsprojekt und andere Vorhaben in der Kinderklinik nutzen. Wer die Arbeit des „Gemeinnützigen Fördervereins Kinderklinik“ unterstützen möchte, kann Mitglied werden. Das Spendenkonto hat die Nummer 12 05 01 bei der Sparkasse Lüdenscheid (BLZ: 45 85 00 05). ▪ thk

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