Ali Claudi brilliert leicht und locker im Panoptikum

Ali Claudi im Panoptikum.

LÜDENSCHEID ▪ Intelligenten Jazz gepaart mit Spielwitz, schwebend leichtem Spiel und gutem Drive bot das Ali Claudi Trio, das auf Einladung des Jazzclubs im Panoptikum gastierte. Ali Claudi (Gitarre, Gesang), Christian Schröder (Schlagzeug) und Hans-Günther Nicolai Adam (Keyboard, Pedalbass) verwöhnten ihr Publikum vorwiegend mit Standards des Jazz in feiner Lesart.

Ein gut aufgelegter Ali Claudi, seit vielen Jahrzehnten in regelmäßigen Abständen Gast des Jazzclubs, brillierte leicht und locker an seiner Gitarre, ließ seine Soli mal ein wenig plaudernd, dann wieder prägnant mit kurzer Aussage rhythmisch und treibend fließen. Ohne jegliche elektronische Modulation setzte Claudi auf den Klang seiner Halbresonanzgitarre und demonstrierte bisweilen auf höchstem Niveau operierend die hohe Kunst eines Solisten, der mit Fug und Recht international mit an der Spitze einzustufen ist.

Als kongenialer Partner erwies sich dabei an diesem Abend im Panoptikum Hans-Günther Nicolai Adam (Keyboard, Pedalbass), in Personalunion Bassist und Mann an den Tasten. Adam wie auch Claudi überraschten immer wieder mit glänzenden Einfällen, trieben ihr intelligentes Spiel mit bekannten Titeln, führten in die Irre und wieder hin auf wohlbekanntes Terrain. Ein Genuss, den beiden Musikern, die ihren Spielwitz an diesem Abend so beiläufig und bisweilen traditionell verpackt auslebten, wie dies eben Könnern möglich ist, zuzuhören.

Da erschien es dann auch logisch, dass das Trio Standardframes mit Bach’schem Klang zu einer herrlich swingenden Nummer verwob. Atemberaubend dabei: Die Soli von Adam und Claudi. Drummer Christian Schröder verschaffte beiden den Raum zur Entfaltung, brachte sich ebenfalls mit hörenswerten wie soliden Einzelleistungen ein.

Im weiteren Verlauf des Konzertes unterstrich das Trio seine Vielseitigkeit, machte sich an Charles Trenets Chanson „La Mer“ heran. Zu den einem breiteren Publikum bekannten Titeln zählten in der Folge Glenn Millers „Chattanooga Choo Choo“, Johnny Nashs „I Can See Clearly Now“, aber auch Joe Williams’ „I Don’t Like You No More.“ Kleine Hommage am Rande: Das Ali Claudi Trio spielte auch einen Titel der großen Rhythm & Blues- wie auch Country-Sängerin und Gitarristin Bonnie Raitt, tauchte ein wenig in den Funk ein, glänzte mit südamerikanischen Rhythmen.

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