Von der Renaissance bis hin zum Pop und Jazz

Classic Brass Ruhr spielte ohne Berührungsängste.

LÜDENSCHEID - Unter dem weit gefassten Titel „Stile und Epochen“ tauchten die Zuhörer in der Christuskirche in die Welt der Blechblasmusik ein. Um ihrem Publikum die Vielseitigkeit eines Posaunen- und Trompetenensembles ein wenig näher zu bringen, haben die vier Musiker der Formation Classic Brass Ruhr kaum Berührungsängste, was das musikalische Genre angeht.

Die Unterteilung in E- und U-Musik ist für das Ensemble ohnehin müßig, wie Trompeter und Moderator Jörg Segtrop betont. Schließlich darf ja klassische Musik auch unterhaltsam sein und Unterhaltungsmusik einen künstlerischen Anspruch haben. Selbst der Umstand, dass ein Komponist eine andere Instrumentierung für ein Musikstück vorgesehen hat, hält die Blechbläser – neben Segtrop gehören noch Klaus Hanusa (Trompete), Andreas Wagener (Posaune) und Hajo Nast (Posaune) zum Ensemble – keinesfalls davon ab, die Werke auf originelle Weise für ihre Bedürfnisse umzuarrangieren. Die erste Konzerthälfte widmeten die Musiker der klassischen Musik von der Renaissance über den Barock bis hin zu opulenten geistlichen Klängen von Anton Bruckner. Die feierlichen ersten beiden der einleitenden drei Renaissance-Tänze von Claude Gervaise spielten sie vom hinteren Teil der Kirche aus, den dritten, beschwingteren Satz, interpretierte das Ensemble dann im Altarraum. Die „Canzona seconda“ von Giovanni Gabrieli, die den Übergang von der Renaissance zum Barock markiert, stellte die Brücke zu einem echten Barock-Werk dar, der „Suite für vier Bläser“ von Henry Purcell.

Die Christuskirche, so Jörg Segtrop, eigne sich aufgrund ihrer hervorragenden Akustik bestens für die opulente Musik von Anton Bruckner. Beim „Gebet und Halleluja“ überzeugten die Musiker mit einer würdevollen Interpretation und machten damit die Meisterschaft Bruckners deutlich, der auf besondere Weise mit Klängen spielen konnte. Die Brücke von der Klassik zum Jazz und später zum Pop schlug das Werk „Quartett for Brass“ von Richard Maldwin Price. Eine fröhliche und unbeschwerte Stimmung verbreiteten die Musiker bei diversen Jazz- und Beatles-Klassikern, bevor die durchaus auch in der Klassik fußende „Bohemian Rhapsody“ der Rock-Gruppe „Queen“, von den Musikern exzellent für Blechbläser arrangiert, in gewisser Weise die unterschiedlichen musikalischen Epochen zusammenführte.

Liebhaber anspruchsvoller Orgelmusik können sich schon jetzt den 9. Juni vormerken. Dann startet um 19.30 Uhr in der Christuskirche das Konzert „Orgel plus Saxophon“ im Rahmen der Reihe „Orgel plus“.

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