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Als erste Stadt in NRW: Lüdenscheid führt City-Maut für Schwertransporte ein

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Ein Schwertransport mit OP-Saal-Bauteilen zum Klinikum Lüdenscheid.
Ein Schwertransport mit OP-Saal-Bauteilen zum Klinikum Lüdenscheid. © Cedric Nougrigat

Nur ein Jahr nach Inkrafttreten der jüngsten Version legt die Stadtverwaltung schon wieder eine neue Sondernutzungssatzung vor – mit gravierenden Folgen für Speditionen, die Schwerlastverkehre anbieten. Demnach will die Stadt Lüdenscheid für schwere Lkw eine City-Maut einführen. Das letzte Wort hat heute der Hauptausschuss. Die Zustimmung gilt als sicher.

Lüdenscheid – Die Stadt Lüdenscheid will mit Inkrafttreten der neuen Satzung Gebühren für die Durchfahrten von Großraum- und Schwertransporten erheben. Pro Fahrt durch Lüdenscheid werden für den Spediteur künftig je nach Fahrzeuggröße und Gewicht mindestens 18,53 Euro an lokaler Maut fällig. Die Gebühr wird pro Fahrt nicht nach Streckenlänge abgerechnet und dem Spediteur in Rechnung gestellt. Ein „Jahrespass“ („Dauererlaubnis bis zu einem Jahr“) kostet zwischen 251,94 und 666,90 Euro - je nach Schwere und Größe des Fahrzeugs.

Mit den Preisen orientiert sich die Stadt Lüdenscheid an den Gebühren der Stadt Ludwigshafen in Rheinland-Pfalz, bleibt aber in allen Fällen darunter. Die Rheinmetropole ist in Deutschland Vorreiter. Dort werden nach Angaben aus dem Lüdenscheider Rathaus seit mehr als 15 Jahren Gebühren für Schwerlastverkehre rechtssicher erhoben. Lüdenscheid wäre demnach deutschlandweit die zweite Stadt, die über diesen Weg Schwertransport-Speditionen für die Abnutzung der örtlichen Straßen mit einer „City-Maut“ zur Kasse bittet.

Wie die Verwaltung ausführt, gelten Großraum- und Schwertransporte als Hauptverursacher für einen beschleunigten Verschleiß von Fahrbahndecken, für Spurrillen und für Schäden am Unterbau. „So belastet beispielsweise bereits ein 30 Tonnen schwerer Lkw die Straße genauso stark wie 50 000 Kleinwagen“, heißt es in der Begründung für die neue Gebühr. Allein im Jahr 2020 (bis 13. November) wurden 1165 Anträge für Schwertransporte gestellt, die über das Gebiet der Stadt Lüdenscheid führen sollten. Die Stadt rechnet durch die neue Gebühr noch in diesem Jahr mit Mehreinnahmen von rund 10.000 Euro.

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