Gastspiel bis 13. September

"Circus Roncalli" in Lüdenscheid: Vorhang auf zu Salto Vitale

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Perfekte Lichtregie für die perfekte Illusion: Eine Weltpremiere im Steampunk-Stil hat der „Circus Roncalli“ auch mit nach Lüdenscheid gebracht.

Lüdenscheid - Die Kostüme sitzen. Und wenn Lüdenscheid um 19.30 Uhr „herrreiinspaziert“, dann wird auch alles andere sitzen. Denn dann liegen anstrengende Probentage hinter den Artisten. Tage, an denen an jedem Detail gefeilt wurde, bis es perfekt ist. Dann erst heißt es im „Circus Roncalli“: „Vorhang auf zur Premiere“ von Salto Vitale.

„Jeder Tag, an dem du nicht lächelst, ist ein verlorener Tag“, hat Charlie Chaplin gesagt. Roncalli hat es als Motto übers Salto-Vitale-Programm gestellt. Georg Pommer hat den Spruch nicht gelesen. Er blickt ernst drein und genau hin. Als Orchesterdirektor von Roncalli gibt er nicht nur bei der Generalprobe den Ton an. Seit 36 Jahren ist der studierte Pianist dabei, sitzt jetzt direkt an der Manege und holt „die Dame vom Schleudertrio nochmal ‘raus“, weil die Lichtstimmung vom Schleuderbrett fehlt.

„Wenn die Stimmung einmal gut ist, speichern wir das ab“, sagt Zirkussprecherin Meike Schütte. Wenn’s so einfach wäre. Das Publikum muss bei jeder Vorstellung neu gewonnen werden. Hinter jedem strahlenden Lächeln steckt harte Arbeit.

Georg Pommer (links) hat die Regie bei der Generalprobe: Der Roncalli-Orchesterdirektor hat auch viele Stücke für die Zirkuskapelle geschrieben.

Das Lächeln des Ballon-Mannes verschwindet mit ihm in der weißen Gummi-Hülle, seinem Ei. Ein rundes Ei, aus dem mal ein Arm, mal ein Bein, mal ein Herz ins Scheinwerferlicht schlüpft. Erstmals das Licht der Manege erblickt in Lüdenscheid auch eine Zaubernummer, die tief in die Welt des Steampunk eintaucht – und Aktricen im manegentauglichen Retro-Look überraschend wieder auftauchen lässt.

Ein Wintermärchen für jede Jahreszeit: Neun sibirische Huskys und Samojeden-Spitze gehen auf Schlittenfahrt durch die Manege.

Es ist Zeit für ein Stück Kindheit, für die musikalische Jacke „aus Paris, von Dior“, für das Glöckchen-Ballett und die Roter-Teppich-Feger, die schnell die Zähne des Clowns ins Sägemehl schieben. Es ist die Zeit der Eiszapfen aus Stoff, der baumlangen Multiflötisten, der starken Männer, die Schnurrbart tragen, Torerodress, Rüschenhemd und zarte Mädchen. „Säärr gut“, gurrt der Weißclown. Und Georg Pommer gibt das letzte Kommando: „Abschminken bitte.“

  • Gastspiel bis 13. September. Karten: LN-Geschäftsstellen und von 12 bis 20 Uhr an der Zirkuskasse.

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