Bundestagswahl 2021

Hunderte Menschen beim Lindner-Wahlkampfauftritt auf dem Sternplatz

Bundeswahlkampf 2021: Christian Lindner auf dem Sternplatz in Lüdenscheid. Symbolbild für FDP.
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Bundeswahlkampf 2021: Christian Lindner auf dem Sternplatz in Lüdenscheid.

So voll war der Sternplatz in Lüdenscheid schon lange nicht mehr: Hunderte Menschen lauschten am Samstagnachmittag dem Bundesvorsitzenden der FDP, Christian Lindner, bei seinem Wahlkampfauftritt im Sauerland.

Lüdenscheid - Riesenandrang und Kaiserwetter beim ersten großen Wahlkampf-Höhepunkt in der Bergstadt Lüdenscheid: Der Sternplatz war am Samstagnachmittag fest in liberaler Hand: Mit Christian Lindner und dem heimischen Bundestagskandidaten Johannes Vogel waren der Bundesvorsitzende und der stellvertretende Bundesvorsitzende auf der Bühne zu Gast, die zwei Gesichter der Freien Demokraten in diesem Wahlkampf.

Dazu kamen in einer Talkrunde die Bundestagskandidaten Katrin Helling-Plahr (Hagen/Ennepe-Uhr), Carlo Cronenberg (Hochsauerland) und Jochen Lipproß (Märkischer Kreis II). Es war geballte FDP-Prominenz, die da den Sternplatz geentert hatte. Eine Band aus Düsseldorf („Liberal Democats“) sorgte für den musikalischen Rahmen, ein Tagesthemen-Team der ARD drehte für einen Beitrag am Abend. Es war ein großer Bahnhof, und die Leute nahmen es an, Hunderte lauschten der Musik und den Reden bei  unterhaltsamen 90-Minuten.

Riesenandrang beim ersten Wahlkampf-Höhepunkt in Lüdenscheid: Hunderte waren bei der Veranstaltung der FDP mit Christian Lindner.

Johannes Vogel leitete smart und angriffslustig ein. „Wir haben zum erste Mal überhaupt eine Bundestagswahl, in der der Amtsinhaber nicht wieder antritt. Wir haben eine Menge großer Fragen, aber was wir von den drei Kandidaten fürs Kanzleramt hören, ist dann doch nur so mittelinspirierend“, stellte der 39-Jährige fest und ging danach auf seine drei großen Zukunftsthemen („Die anderen denken diese Themen immer nur bis zum Ende der Legislaturperiode, aber wir müssen sie in Jahrzehnten denken…“) ein: Dekarbonisierung, Demographie und Digitalisierung. „Zwei dieser Themen haben im Triell nicht eine Minute Redezeit gehabt“, kritisierte Vogel, „so hat das Triell den Beweis erbracht, dass es keine Regierung ohne die FDP geben sollte.“ 

Hunderte Menschen beim Lindner-Wahlkampfauftritt auf dem Sternplatz

Dafür kämpfte Vogel und nahm seine Zuhörer - zumindest die Sympathisanten seiner Partei - in die Pflicht, die letzten 22 Tage bis zur Wahl die Botschaft weiterzutragen. „Es kann auf jeden Prozentpunkt ankommen“, stellte er fest, „sprechen sie ihre Freunde an, die beste Freundschaft hält 22 Tage Politik aus.“

Über die kurze Talkrunde mit den Bundestagskandidaten enterte der Hauptredner die Bühne. Gewohnt lässig gekleidet in Stoffhose und Langarmpolo, gewohnt pointiert in seinen Ausführungen, und natürlich ebenso angriffslustig vor großer Kulisse, die gleichwohl eine wohlwollende war. Keine Zwischenrufe oder Störungen, eher schon viel Zuspruch und am Ende ein Bad in der Menge. Christian Lindner dürfte seinen Besuch in Lüdenscheid in bester Erinnerung behalten.

Johannes Vogel ist der heimische Bundestagskandidat für die Wahl 2021.

Die politische Agenda brachte er in einer knappen Stunde unter. Ein bisschen Ätzen gegen das Triell, ganz viel Werben für den wirtschaftlichen Ansatz der Liberalen („Alle sozialen und ökologischen Ziele haben eine Voraussetzung: eine starke Wirtschaft. Dafür müssen wir die Pflöcke einschlagen, in der das soziale Netz aufgespannt werden kann.“), aber eben auch die eigenen Position bei den Grund- und Bürgerrechten und dem Schutz des Individuums. 

Dazu kam erwartbar gezielte Kritik an der politischen Konkurrenz, manchmal verkleidet in vergiftetes Lob. „Die SPD macht einen sehr beachtlichen Wahlkampf“, stellte der FDP-Mann fest, „Olaf Scholz gelingt es seit Wochen, Saskia Esken und Kevin Kühnert vor der Öffentlichkeit zu verstecken. Aber täuschen Sie sich nicht. Sie sind noch da…“

In Richtung der Grünen ätzte er gegen deren Bullerbü-Romantik, die realitätsfern sei. In Richtung CDU zeigte er sich überrascht von der Schwäche der Union und arbeitete heraus, dass die FDP inzwischen die einzige Partei sei, die sich klar gegen Steuererhöhungen positioniere („Die katholische Kirche hat 500 Jahre für den diskreten Normenzug gebraucht, Armin Laschet hat das in einem halben Jahr geschafft.“). Trotzdem, so Lindner, habe die Union auf jeden Fall die solidesten Koalitionsoptionen.

Es war ein kurzweiliger Vortrag, und am Ende gab’s noch ein Gruppenbild mit Vogel („Die Plätze sind im Moment überall voll, aber ich bin natürlich happy, dass auch im Sauerland so viele Leute gekommen sind.“), Lipproß, Cronenberg und Helling-Plahr. Und die Schlusspointe. Noch einmal das Mikro. „Ich rieche Cannabis“, stellte Lindner in Richtung der Menge fest, und mit einem Lächeln fügte er hinzu: „Die FDP ist für die Legalisierung, aber noch ist das, glaube ich, nicht legal…“

FDP-Chef Lindner beim Wahlkampf auf dem Lüdenscheider Sternplatz

FDP-Chef Lindner beim Wahlkampf auf dem Lüdenscheider Sternplatz
FDP-Chef Lindner beim Wahlkampf auf dem Lüdenscheider Sternplatz
FDP-Chef Lindner beim Wahlkampf auf dem Lüdenscheider Sternplatz
FDP-Chef Lindner beim Wahlkampf auf dem Lüdenscheider Sternplatz
FDP-Chef Lindner beim Wahlkampf auf dem Lüdenscheider Sternplatz

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