Gefährliche Strahlung? Lichtrouten-Laser in der Kritik

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Der TÜV und der Künstler Rainer Plum, ebenfalls Laserschutz-Experte, garantierten laut LSM für die Sicherheit der Installation.

Lüdenscheid - "Schockiert" zeigt sich der Veranstaltungstechniker Christian Gnatowski angesichts der Laser-Installation im Rahmen der Lichtrouten. „Nichts gegen die Lichtrouten. Das war eine super Veranstaltung", so Gnatowski: "Aber Kunst darf nicht zur Gefahr werden."

Von Martin Messy

Die Installation unter dem Platanenhain auf dem Rathausplatz hat Gnatowski "schockiert, denn die Besucher waren einem permanenten Laserstrahl ausgesetzt sowie unkontrollierten Reflektionen. Das war gesundheitsgefährdend“.

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Vehement widersprachen indes Jörg Marré, Geschäftsführer der Lüdenscheider Stadtmarketing GmbH (LSM) als Veranstalter der Lichtrouten, und Kurator Tom Groll diesem Vorwurf. Die Installation des Künstlers Rainer Plum sei vom TÜV Süd abgenommen und geprüft worden. Dessen Vertreter, der die Anlage im Vorfeld überprüft hatte, bestätigte dies gegenüber den LN: „Alles hat den vorgeschriebenen Sicherheitsstandards entsprochen. Die Leistung des Lasers war geringer als in jeder Diskothek.“ Der Vorwurf, die Laserstrahlung sei gesundheitsgefährdend gewesen, sei eine nicht belegbare Behauptung, die jeglicher Grundlage entbehrt. „Die entsprechenden Prüfprotokolle liegen dem Veranstalter vor.“

Christian Gnatowski, der seine Auszeichnung als geprüfter Laserschutzbeauftragter vorzeigt, dagegen meint: „Der Laserstrahl rotierte nicht. Es war eine reine Standprojektion mit einer direkten Strahlung auf das Publikum. Hinweisschilder auf Laserstrahlung jeglicher Art waren nicht vorhanden. Aber am schlimmsten waren die direkten Strahlungen, die ja auch Kinder trafen, die da zum Teil minutenlang hineingeguckt haben. Bei Menschen mit Sehhilfe vergrößert sich die Intensität der Strahlung noch.“

Bilder von der Lichtrouten-Aktion:

Lichtrouten 2013 in Lüdenscheid

Christian Gnatowski ist Laserschutzbeauftragter.

Der Laserstrahl sei so hell gewesen, dass er nach kurzer Betrachtung des Strahls einen grünen Schleier auf seinen Augen gehabt habe. „Ich gehe davon aus, dass der Laserstrahl die maximal zulässigen Bestrahlungswerte deutlich überschritten hat.“

Auch wenn die Lichtrouten vorbei sind, drängt Gnatowski auf eine Klärung. Deshalb hat er ein Schreiben an die zuständige Abteilung der Bezirksregierung Arnsberg geschickt, um seine Vorwürfe prüfen zu lassen.

Jörg Marré vermutet hinter Gnatowskis Kritik eine „Retourkutsche“. Zum verkaufsoffenen Sonntag hätten Stände des „Lüdenscheider Herbstes“ – Veranstalter: Tommy Gnatowski – Stände zurückgebaut werden müssen, weil sie die Installation gestört hätten. Sohn Christian Gnatowski weist das wiederum zurück: „Veranstalter war mein Vater, nicht ich.“

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