Chorgemeinschaften: Zwischen Beach Boys und Tokayerblut

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Der Lüdenscheider Frauenchor interpretierte sieben Stücke.

LÜDENSCHEID - Als der SPD-Landtagsabgeordnete Gordan Dudas gefragt wurde, ob er nicht beim „Singenden Rathaus“ seine gesanglichen Fähigkeiten unter Beweis stellen wolle, winkte er ab: Außer dem Schalke-Lied verfüge er leider über kein Repertoire, so der Landespolitiker. Ähnliche Gründe haben viele parat, wenn es darum geht, gemeinsam mit anderen zu singen.

Bei der zweiten Veranstaltung „Singendes Rathaus“ am Sonntag setzten die Sängerinnen und Sänger der heimischen Chöre alles daran, jedem Bürger den Gesang schmackhaft zu machen. Im Bürgerforum des Rathauses gab es an den Info-Ständen der Chöre die Möglichkeit, ein Gespräch zu führen und dabei mehr über den heimischen Chorgesang zu erfahren. Fotowände sowie mitgebrachte Utensilien und Gegenstände aus dem Vereinsleben brachten dem Besucher die Geschichte der Gesangvereine näher. Der MGV Union Oberrahmede hatte sogar eine selbst produzierte CD mitgebracht, mit der sich die Besucher in den eigenen vier Wänden ein Bild vom Gesang des Traditionschores machen konnten. Ferner waren der Lüdenscheider Kinderchor, der Lüdenscheider Frauenchor, das Lüdenscheider Männerquartett (LMQ), der Bergstadtchor, der Brügger MGV Philomele, der MGV Othlinghausen sowie der Sängerkreis Lüdenscheid und der Stadtverband Lüdenscheider Gesangvereine mit Ständen vertreten.

Im Rahmen einer Schnupperchorstunde mit Kreischorleiter Thomas Weidebach hatten im Ratssaal alle Nicht-Sänger die Möglichkeit, verborgene Gesangstalente bei sich zu entdecken. Darüber hinaus präsentierte Jörg Skorupa als Vorsitzender des Stadtverbandes Lüdenscheider Gesangvereine ein umfangreiches Musikprogramm, bei dem zahlreiche Chöre einen Auszug aus ihrem Repertoire zum Besten gaben. Im Anschluss an die Grußworte des Vorsitzenden des Sängerkreises Lüdenscheid, Thorsten Potthoff, sowie des Bürgermeisters Dieter Dzewas sorgte der Jugendchor im Lüdenscheider Kinderchor (LKC) unter der Leitung von Tzvetanka Wiegand für einen musikalischen Auftakt nach Maß, unter anderem mit dem Stücken „Hand in Hand“ und „Hallo Django“. Später im Programm waren dann auch noch die kleinen Sängerinnen und Sänger des LKC zu hören, die unter anderem gesanglich „Eine alte Nähmaschine“ anwarfen.

Der MGV Union Oberrahmede (Leitung: Sofia Wawerla) leitete seinen Gesangsblock mit dem feierlichen Titel „Gelbe Rosen“ ein, interpretierte Silchers „Schifferlied“, ließ „Tokayerblut“ fließen und gab den „Hammerschmied“, letzteres Lied unter rhythmischer Begleitung von Wolf-Christian Körnich mit Hammer und Metallrohr. Frisch und modern wie immer zeigten sich im Anschluss die Sänger von „Chorpacabana“, dem kleinen Chor des MGV Union Oberrahmede, die ebenfalls unter der Leitung von Sofia Wawerla auftraten. Sie warteten mit fünf Titeln auf, allesamt Juwelen der älteren und jüngeren Pop-Geschichte. Fröhlich präsentierten sie zum Beispiel ihre Fassung des Klassikers „Barbar Ann“ von den Beach Boys und sorgten für gepflegte Melancholie mit „Mad World“ aus der Feder der Band „Tears for Fears“. Der Gemischte Chor Lüdenscheid interpretierte gemeinsam mit einigen Sängern des Chores Schwenke-Hohenplanken und unter der Leitung von Ingo Reich das beliebte Gute-Laune-Lied „Rot sind die Rosen“, machte aber auch einen Abstecher in die christliche Musik („Gib’ uns deine Hand“).

Der 1. Vorsitzende des Gemischten Chores Harmonie Wilhelm Schulte lud alle Interessierten zur Chorprobe an jedem Donnerstag ab 18.15 Uhr im Haus Elisabeth ein. Im Anschluss präsentierten die Sängerinnen und Sänger unter der Leitung von Alfia Möllmann einen Auszug aus ihrem Repertoire, darunter das fröhliche Stück „O Champs Elysee“.

Einen musikalischen Schlusspunkt nach Maß setzten schließlich die Damen des Lüdenscheider Frauenchores unter der Leitung von Tzvetanka Wiegand. Sie gaben mit sieben Stücken das umfangreichste Programm zum Besten, eingeleitet vom Kanon „Es tönen die Lieder“ und mit „Funiculi, Funicula“ als euphorischen Schlusspunkt. Mehr Bilder auf www.come-on.de. -  bot

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