Mit Chemie-Keule gegen Unkraut

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Hartnäckiges Unkraut: der Bärenklau. Der Pflanze rückt die Stadt Lüdenscheid mit Pflanzenschutzmitteln zu Leibe, die die Chemikalie Glyphosat enthalten.

Lüdenscheid - Sie sind nicht schön, wachsen recht hoch und sind vor allem hartnäckig – die Rede ist von Unkrautarten wie Bärenklau und Staudenknöterich. In der letzten Sitzung des Stadtrates gab die Verwaltung schriftlich darüber Auskunft, welche Maßnahmen zur Bekämpfung des Unkrauts ergriffen werden.

Die Grünen-Fraktion hatte zuvor schriftlich um die Beantwortung mehrerer Fragen zu diesem Thema gebeten. Unter anderem wollten die Grünen wissen, wie viel Unkrautvernichter mit der Chemikalie Glyphosat die Stadt seit 2013 auf kommunale Flächen aufbrachte und wie viel Unkrautvernichter generell seitdem eingesetzt wurde.

Glyphosat, das weltweit zur Unkrautvernichtung eingesetzt wird, wurde im März von der Weltgesundheitsorganisation als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft. Das Bundesamt für Risikobewertung stellte hingegen fest, dass die Chemikalie nicht krebserregend ist.

Dazu berichtete die Verwaltung, dass der Stadtreinigungs-, Transport- und Baubetrieb Lüdenscheid (STL) seit 2013 rund 20 Liter Pflanzenschutzmittel mit Glyphosat auf Sportanlagen und circa 60 Liter davon zur Bekämpfung von Bärenklau und Staudenknöterich an Straßen einsetzte. Dieser Einsatz erfolge auf Grundlage einer Ausnahmegenehmigung der Landwirtschaftskammer NRW, die noch bis Ende dieses Jahres gültig ist.

Seit 2014 behandelt der STL verunkrautete Randbereiche der Ascheplätze und Laufbahnen der Sportanlagen mit bisher rund 60 Litern des perlagonsäure- und maleinsäurehaltigen Pflanzenschutzmittels Finalsan Plus.

Die Grünen wollten zudem wissen, welche Maßnahmen die Verwaltung ergriffen hat, um die Menge der benutzten Pestizide zu reduzieren. Dazu heißt es: „Pflanzenschutzmittel werden vom STL nur dort eingesetzt, wo Pflanzen verdrängt werden sollen und dies mit mechanischen Mitteln nicht möglich ist. In diesem Jahr fanden zudem Versuche mit thermischen Verfahren statt, deren Wirksamkeit zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht ermittelt sind.“ Sicher sei aber, dass eine intensive Nutzung von Sportanlagen den Unkrautbewuchs eindämme.

Obwohl das NRW-Umweltministerium keine Genehmigungen mehr für den Einsatz von Glyphosat erteilen will, solange das eventuelle Risiko nicht geklärt ist, beruft sich die Stadt darauf, dass der STL diese Unkrautvernichter nur dann einsetzt, „wenn der angestrebte Zweck vordringlich ist und mit zumutbarem Aufwand auf andere Weise nicht erzielt werden kann“.

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