Stadtmarketing-Chef löst Debatte über Bautz-Festival aus

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Nach dem großen Premieren-Erfolg soll das Bautz-Festival mit Hilfe städtischer Zuschüsse in den nächsten zwei Jahren neu aufgelegt werden.

Lüdenscheid - Die städtische Finanzierungshilfe für die Bautz-Festivals im nächsten und übernächsten Jahr löst eine Debatte zwischen dem Lüdenscheider Stadtmarketing (LSM) und den Ratsfraktionen aus.

Der Stadtrat hatte am 4. November zwar einstimmig beschlossen, für die Festivals 2020 und 2021 außerplanmäßig jeweils 300 000 Euro bereitzustellen. Doch LSM-Geschäftsführer André Westermann scheint nach eigenen Worten weitergehende Pläne mit dem Geld zu haben. 

Bei der Bekanntgabe des nächsten Termins – letztes August-Wochenende im nächsten Jahr (wir berichteten) – erklärte Westermann, das vom Rat bewilligte Budget gelte „aber nicht nur fürs Bautz, sondern für weitere Großveranstaltungen“. 

Dazu gehörten die Lichtrouten und das Public Viewing zur Fußball-EM. Für beide Festivals bleibe demnach weniger als die Hälfte des Zuschusses der Stadt übrig.

"Für nichts sonst"

Dagegen verweist FDP-Fraktionschef Jens Holzrichter auf die „eindeutige Beschlusslage“ und äußert deutliche Kritik an der „Uminterpretation“ des Ratsvotums. „Das Bautz-Geld ist für das Bautz-Festival bestimmt, für nichts sonst“. 

Mit seinem Statement schaffe Westermann die „Grundlage für eine Zweckentfremdung des Zuschusses“. Über die Bedeutung des Ratsbeschlusses sagt der FDP-Frontmann: „Entscheidend ist, was der Geldgeber vorgibt – und nicht, welche Gedanken sich der Empfänger über die Verwendung der Summe sonst noch so macht.“ 

Aus der ohne Gegenstimmen oder Enthaltungen verabschiedeten Beschlussvorlage vom 4. November geht tatsächlich hervor, dass die städtischen Zuschüsse von insgesamt 600 000 Euro nichts mit Lichtrouten- oder Public-Viewing-Finanzierung zu tun haben.

Beschlusslage klar

In dem Papier des Bürgermeisters, der gleichzeitig Vorsitzender des LSM-Aufsichtsrates ist, heißt es dazu wörtlich: „Mit den Beiträgen von jeweils 300 000 Euro (...) werden seitens der Stadt die von der LSM benannten finanziellen Rahmenbedingungen für die Durchführung des Festivals in den kommenden zwei Jahren geschaffen.“ 

Nach einem Antrag, den SPD, CDU, Grüne und Linke Liste Ende September gemeinsam formuliert hatten, heißt es in der Vorlage weiter: „Andere Events oder Veranstaltungen, insbesondere die turnusmäßig stattfindenden Lichtrouten, bleiben von der Bautz-Planung unberührt und stehen nicht zur Disposition.“

Ernste Warnung

FDP-Chef Holzrichter warnt zudem davor, dass die städtischen Rechnungsprüfer spätestens 2021 „genau hinschauen werden, was mit dem Geld passiert ist und ob es dem Ratsbeschluss gemäß ausgegeben wurde“. 

Und zur Rolle des Stadtrates: „Wer die Musik bezahlt, sagt auch an, was gespielt wird. Wir sind hier schließlich nicht bei ‘Wünsch dir was’.“

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