Center-Löwengang macht Politik bissig

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Noch mindestens bis Januar geht es für Center-Besucher von und zur Rathausbrücke nur durchs Treppenhaus.

Lüdenscheid - Der seit Ende Mai gesperrte Stern-Center-Eingang über die Rathausbrücke sorgte auch gestern im Planungsausschuss für deutliche Worte – obwohl sich inzwischen immerhin eine Lösung zum Jahresanfang abzeichnet.

Denn noch im Januar wolle das Center einen Bauantrag für einen direktemn Zugang durch die früheren Räume des Modehauses Wehmeyer stellen, erläuterte Bau-Fachbereichsleiter Martin Bärwolf. Zwei Varian-ten seien der städtischen Bauaufsicht bereits vorgelegt worden, und es werde „intensivst“ darüber verhandelt. Im Übrigen habe das Center zuletzt Wert auf die Feststellung gelegt, dass ein Löwengang, also ein umbauter Weg, noch keineswegs beschlossene Sache sei; man wolle aber „guten Willen zeigen“, berichtete Bärwolf.

Die Tatsache, dass eine schlichte Abzäunung innerhalb vorhandener Räume überhaupt ein womöglich langwieriges Genehmigungsverfahren durch die Bauaufsicht notwendig machen soll, irritierte den CDU-Ratsherrn und Architekten Rüdiger Wilde. Als Jens Voß (SPD) klipp und klar fragte, wann der Löwengang begehbar sein wird, antwortete Bärwolf, dass es „kein umfangreiches Prüfverfahren“ geben werde: „Kommt der Bauantrag Anfang Januar, dann kann die Genehmigung noch im selben Monat vorliegen.“

Der Ausschuss-Vorsitzende Stefan Pietzner (CDU) machte gleichwohl kein Hehl aus seinem Argwohn, dass das Center hier auf Zeit spiele, um noch vor einem Baubeginn den Vertrag mit einem neuen Mietpartner in trockene Tücher zu bekommen: „Das wirkt wieder wie eine Verzögerungstaktik.“

Bärwolf hatte zuvor dargelegt, dass das Stern-Center nach seiner Überzeugung tatsächlich in weit gediehenen Verhandlungen mit einem Mietinteressenten steht. Genau das war in den Monaten zuvor das Argument des Centers gewesen: Man wolle keinen teuren Löwengang bauen, der nach Abschluss eines Mietvertrags dann gleich wieder einzureißen wäre.

Weil sich diese Verhandlungen aber weit über die von der Politik zugestandenen sechs bis acht Wochen hinzogen, hatte die Verwaltung zuletzt rechtliche Schritte angekündigt. Daraufhin lenkte das Center ein – und legte die Löwengang-Pläne vor. - hgm

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