CeBeeF erhält nun doch Unterstützung

Franz Vandrey nutzte die öffentliche Fragestunde im Hauptausschuss, um sich für den CeBeeF einzusetzen und hatte Erfolg.

LÜDENSCHEID ▪ Der Club Behinderter und ihrer Freunde (CeBeeF) erhält nun doch eine Unterstützung in Höhe von 800 Euro, obwohl der Verein erst leer ausgehen sollte. Dafür muss das Selbsthilfezentrum einen Schlag ins Kontor verkraften.

Denn dessen freiwilliger Zuschuss durch die Stadt von 20 400 Euro wird um 20 Prozent gekürzt, was 4400 Euro ausmacht. Auf diese Weise werden Politik und Verwaltung den Forderungen der Aufsichtsbehörde gerecht, nach denen die Stadt, die sich bekanntlich im Nothaushalt befindet, freiwillige Leistungen zurückfährt. Gleichzeitig aber erhält der CeBeeF wieder einen Finanzspritze, die ihm eigentlich – wie schon im vergangenen Jahr – verwehrt bleiben sollte. Dies beschloss der Hauptausschuss am Montag und folgte damit einem Appell von Franz Vandrey, der die öffentliche Fragestunde zuvor genutzt hatte, um sich vehement für den Verein einzusetzen. Wie berichtet, hatte Vandrey vergangene Woche eine jüngst verlieheneDankes-Urkunde für sein ehrenamtliches Engagement an Bürgermeister Dieter Dzewas zurückgegeben. Grund war die erneute Streichung des städtischen Zuschusses an den CeBeeF. „Wenn sie aufgrund der derzeitigen Finanzlage der Stadt auch im ehrenamtlichen Bereich Kürzungen vornehmen, ist meinerseits und bestimmt auch aus dem gesamten Bereich des Ehrenamtes Verständnis dafür vorhanden. Die Kürzungen sollten aber sozial ausgewogen und mit einer gewissen Sensibilität vorgenommen werden“, betonte der Mitbegründer des Interessenverbandes für Unfallverletzte vor dem Hauptausschuss. Die Streichung der Zuschüsse für den CeBeeF lasse aber die angebrachte Sensibilität vermissen. „Dass in diesem Zusammenhang die vor zwei Wochen vorgenommene Ehrung für ehrenamtliches Engagement gegenüber Menschen mit Behinderung ad absurdum geführt wurde und wie ein Akt der Heuchelei und der Verhöhnung empfunden werden muss, ist sicherlich für jeden der hier Anwesenden nachvollziehbar.“ Das Ehrenamt entlaste auch den Haushalt der Stadt und verkrafte eine Kürzung nur schwer, weil sie zu eingeschränkten Handlungsmöglichkeiten führe. „Das macht das Ehrenamt nicht unbedingt leichter und für neue Interessenten auch nicht attraktiver“, beschrieb Franz Vandrey die Konsequenzen.

Angelika Linnepe, Fraktionsvorsitzende der Lüdenscheider Liste (LL) fand mit ihrem Vorschlag, die Zuschüsse des Selbsthilfezentrums zu kürzen und auf diese Weise auch den CeBeeF mit einem Zuschuss bedenken zu können, eine breite Mehrheit. Sozialdezernent Dr. Wolfgang Schröder, Vorsitzender des Fördervereins des Selbsthilfezentrums, betonte die Einrichtung sei immer stark auf Spenden angewiesen, die zuletzt teilweise ausgeblieben waren. Zunächst war daher Anfang Oktober im Sozialausschuss sogar eine Erhöhung des Zuschusses von 20 400 um 10 000 Euro vorgesehen, was aber abgelehnt worden war. Jetzt ist das Selbsthilfezentrum der große Verlierer im Kampf um die Beibehaltung der Zuschüsse. Franz Vandrey wertete seinen Einsatz dennoch als Erfolg. „Ich werde jetzt eine Nacht darüber schlafen, ob ich die Dankes-Urkunde nun doch zurücknehmen werde. Aber dennoch: In der Bittsteller-Rolle bleiben wir Ehrenamtlichen.“

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