Schneller Start der Arbeiten wird blockiert

Debatte um Stadtgarten: CDU wehrt sich gegen Vorwürfe und erhebt selbst Vorwürfe 

Kulturhausgarten
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Die CDU hat für den Pumptrack als alternativen Standort zum Stadtgarten (Foto) den Brighouse Park ins Spiel gebracht.

Pumptrack im neuen Stadtgarten oder doch lieber im Brighouse-Park? Seit Montag liegt von der Fraktion der Christdemokraten im Stadtrat ein neuer Prüfauftrag für die Verwaltung auf dem Tisch. Kritiker werfen der CDU vor, sie blockiere damit einen schnellen Start der Arbeiten im Stadtgarten.

Lüdenscheid – Redakteur Thomas Machatzke hat bei Michael Dregger nachgefragt, der in diesem Stadtbezirk der Vertreter der CDU ist und zuletzt bei der Bürgeranhörung auch beim Erarbeiten eines Kompromisses mitgewirkt hat.

Michael Dregger, in der Diskussion um den Stadtgarten hat die CDU überraschend eine neue Idee zum Pumptrack-Standort eingebracht, die auf heftige Kritik gestoßen ist. Wollen Sie noch ein wenig Öl ins Feuer gießen oder wie zuletzt federführend am Kompromiss arbeiten?

Dregger: Ich möchte die Dinge sachlich betrachten, denn das passiert im Moment gerade nicht. Es gibt einen Ratsbeschluss aus dem Dezember 2020 zur Gestaltung des Stadtgartens. Darauf hat Christoph Weiland am Montag sehr deutlich hingewiesen. Es geht um die Gesamtplanung, für die bis zum 30. September Förderanträge gestellt werden können. Diese Aufgabe aber hat die Verwaltung nicht erfüllt. Auch die öffentliche Beteiligung, die geplant war, ist zu kritisieren. Die Politik ist nicht eingeladen worden. Ich habe donnerstags im Sportausschuss erstmals offiziell von der Verwaltung von dem Termin, der dann samstags stattgefunden hat, gehört.

Und das ist der Grund? Deshalb soll es nun einen neuen Standort geben?

Dregger: Mir geht es darum, dass der Stadtgarten für alle Bürgerinnen und Bürger neu gestaltet wird, und zwar schnellstmöglich. Dazu gehört zur Belebung eine Lösung für die Gastronomie. Hier muss die Stadt eigenes Geld in die Hand nehmen, um die Gastronomie verpachtet zu bekommen. Ich möchte auch gar nicht, dass der Stadtgarten zerredet wird. Die CDU will den Pumptrack, es gibt keinen Dissens, es geht nur um die Umsetzung.

Das heißt?

Dregger: Es geht um die Gesamtplanung, eine gestalterische Lösung für den ganzen Garten. Man muss Willi & Söhne für die öffentliche Beteiligung sehr danken, aber die Verwaltung hat Zeit vertrödelt, hat nichts Konkretes vorgelegt. Wir brauchen aber ein Ziel, wo wir hinwollen und dürfen nicht vorher Fakten schaffen. Ich möchte auch nicht, dass die Kinder darunter leiden. Der Sportplatz ist klar verortet, dafür gibt es Fördermittel, also: Attacke! Sehen Sie: Willi & Söhne geht’s um den Stadtgarten, Herrn Reuver geht’s um die Kinder. Mir geht es um beides…

Und deshalb wollen Sie den Rundkurs nun gar nicht im Stadtgarten ansiedeln, sondern im Brighouse-Park?

Im großen Zirkuszelt des CVJM wurde vor gut zwei Wochen die Ideensammlung für den neuen Stadtgarten präsentiert.

Dregger: Die Gesamtplanung für den Park soll schnellstmöglich umgesetzt werden, wird aber natürlich Zeit brauchen. Ich möchte aber, dass etwas passiert, ohne etwas in Beton zu gießen, was man später nicht mehr wegnehmen kann. Deshalb die Pumptrack-Lösung außerhalb des Stadtgartens, aber meines Erachtens an einer Stelle, die mindestens genauso gut geeignet ist: Im Brighouse-Park gibt es durch die Bushaltestelle eine soziale Kontrolle, es gibt sanitäre Anlagen, dazu müssen die Kinder von der Hasley-Seite nicht mehr über die große Straße, für die Kinder aus der Stadt gibt es dagegen direkt zum Park die Unterführung am Sauerfeld. Und übrigens: Ich bin dafür, einen Rundkurs anzuschaffen, dessen Elemente man später auch noch versetzen kann. Wenn er dann an einem Standort nicht so angenommen werden sollte, kann man immer noch reagieren.

Mit anderen Worten: Sie wollen den neuen Standort, weil sie kein Stückwerk beim Projekt Kulturhausgarten wollen?

Dregger: Ich wünsche mir klare Ziele und die Gestaltung aus einem Guss. Wir müssen das eine tun, ohne das andere zu lassen. Die CDU bekommt im Moment den Shitstorm ab, dabei hat die Verwaltungsspitze doch ihren Job nicht gemacht. Noch ein Beispiel: Es gibt einen Ratsbeschluss zur Anschaffung von Trinkbrunnen, die vom Bund zu 100 Prozent gefördert werden. Die Verwaltung hat diese Anträge aber noch gar nicht gestellt, inzwischen findet die Förderung nur noch zu 90 Prozent statt. Da haben wir nicht nur Zeit, sondern auch Geld verloren. Ich möchte, dass die Verwaltung Beschlüsse umsetzt. Ich habe das Gefühl, dass nicht alle das so sehen.

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