Caritas: „Nur zufriedene Mitarbeiter sind auch gute Pflegende“

Hans-Werner Wolff wehrt sich gegen die Vorwürfe.

LÜDENSCHEID ▪ Die Caritas sieht keinerlei Missstände in dem von ihr geführten Altenheim Haus Elisabeth. Dies geht aus einer aktuellen Stellungnahme hervor, die Hans-Werner Wolff als Geschäftsführer und Rüdiger Hoffmann als Aufsichtsratsvorsitzender der Lüdenscheider Niederlassung der Hilfsorganisation der katholischen Kirche abgaben.

Das Haus Elisabeth war bekanntlich in den vergangenen Tagen Gegenstand von Berichterstattung und Leserbriefen in den Lüdenscheider Nachrichten. Ausgangspunkt war ein Brief an die Mitarbeitervertretung (MAV) des Hauses, der durch eine Mitarbeiterin an die LN gegeben wurde. Der Brief war von 15 Mitarbeiterinnen unterzeichnet worden und laut Caritas „zum Verbleib bei der MAV“.

Wolff und Hoffmann behaupten, die in dem Brief angesprochenen Sachverhalte (unter anderem Dienstplangestaltung und Arbeit an Wochenenden) seien in einer Mitarbeiterversammlung am 12. Oktober besprochen worden. Die für das Haus Verantwortlichen Personen hätten zu allen Punkten Stellung bezogen.

In einem Gespräch mit LN-Redakteur Martin Messy seien die Teilnehmer mit einer Beschwerde über den Führungsstil der Pflegedienstleiterin konfrontiert worden. Die Caritas-Chefs weisen den Vorwurf eines „diktatorischen Führungsstils“ ausdrücklich zurück. Diese Beschwerde sei nicht Gegenstand des Briefs an die MAV und habe dementsprechend auch nicht in der Betriebsversammlung thematisiert werden können. Die Pflegedienstleiterin sei fast 40 Jahre im Haus Elisabeth beschäftigt, seit sieben Jahren in der jetzigen Funktion, zuvor als stellvertretende Pflegedienstleiterin. Von den 54 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Haus Elisabeth seien 17 länger als 25 Jahre beschäftigt und weitere elf länger als zehn Jahre.

Der Bericht in den LN, so Wolff und Hoffmann, habe im Haus „tiefe Bestürzung“ ausgelöst: „Wir sind allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Bewohnerinnen und Bewohnern sowie Angehörigen für die vielen Zeichen der Sympathie und Wertschätzung dankbar. Wir bedauern, dass das öffentliche Zu-Wort-Melden von mehr als 20 MitarbeiterInnen in der Öffentlichkeit als ‚ducken‘ und ‚bestellt‘ abgewertet wird.

Weiter schreiben Hans-Werner Wolff und Rüdiger Hoffmann in ihrer Stellungnahme, die Personalsituation in Pflegeeinrichtungen spitze sich generell zu. Ziel der Caritas sei es, langjährige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an das Haus zu binden und Ausbildungsplätze bereitzustellen. In der derzeitigen Situation sei es für eine Pflegemitarbeiterin einfacher, eine neue Stelle zu finden, als für einen Träger Personal.

Auch die Caritas, behaupten Wolff und Hoffmann, schätze „das hohe Gut der freien Meinungsäußerung“. Im Kommentar der LN am 29. Oktober seien arbeitsrechtliche Konsequenzen angesprochen worden. Hierzu gebe es „selbstverständlich“ keine Überlegungen.

Bekanntermaßen, führen sie weiter aus, sei die Konkurrenzsituation im Pflegebereich Lüdenscheids sehr groß. Der Aufsichtsrat habe daher bereits im Frühjahr diesen Jahres. Das Gespräch mit den Wohnbereichsleitungen, der MAV sowie der Heim- und Pflegedienstleitung gesucht mit dem Ziel, das Haus zukunftssicher zu machen. Ausgerichtet sei dieser Prozess darauf, die Arbeits- und Ablauforganisation weiter zu verbessern und das Gebäude an die ab 2018 geltenden Standards für Altenheime baldmöglichst anzupassen.

Das Haus Elisabeth, betonen Wolff und Hoffmann, setze das Personal ein, das ihm durch die Pflegesatzverhandlungen zugebilligt werde. Auch die Fachkraftquote liege mit 55 Prozent über den vorgeschriebenen 50 Prozent.

Abschließend betonen die Chefs der Caritas, ihr Hilfswerk in Lüdenscheid sei bestrebt, mit Fortbildungs- und Besinnungsangeboten und internen Aufstiegsmöglichkeiten zufriedene und engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu haben. In innerbetrieblichen Qualitätszirkeln nähmen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aller Arbeitsbereiche des Hauses aktiv teil.

Auch die Situation der aus familiären Gründen Gebundenen (Erziehenden, zu Hause Pflegenden) werde bei der Dienstplanerstellung berücksichtigt: „Wir wissen, dass nur zufriedene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch gute Pflegende sind.“

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