„Captain Apple“ sitzt in U-Haft

LÜDENSCHEID ▪ „Captain Apple“ sitzt in Untersuchungshaft. Der verurteilte Betrüger (44), der in einem Internet-Auktionshaus seit Jahren hochwertige Computer und Mobiltelefone zum Verkauf anbietet, ohne die Geräte überhaupt zu besitzen (wir berichteten), wartet nun in einer Gefängniszelle auf seinen Prozess.

Oberstaatsanwalt Hans-Werner Münker bestätigte gestern, dass in dem Haftbefehl, den das Amtsgericht Hagen verkündet hat, neun Taten aufgeführt sind. Aber: „Ihm werden aktuell mehrere Dutzend Taten zu Last gelegt, die zum Teil auch schon angeklagt sind.“ Nach LN-Informationen hat „Captain Apple“ insgesamt schon fast 100 Kunden im Internet betrogen.

Gegen das Urteil des Lüdenscheider Amtsgerichtes – ein Jahr „ohne“ – ging der Mann umgehend in Berufung. Doch einen Tag vor der Berufungsverhandlung vor dem Hagener Landgericht begab er sich stationär in die Psychiatrie in Hellersen – der Prozess platzte. Den Vernehmungen der Ermittlungsbeamten bei der Polizei blieb er ausnahmslos fern. Vor dem Amtsrichter machte er wiederholt psychische Probleme geltend.

Davon hat sich der Hagener Richter nicht beeindrucken lassen. Zwei Kriminalbeamte nahmen den Lüdenscheider jetzt in seiner Wohnung fest und führten ihn ab. Wie Münker sagte, basiert der Haftbefehl auf dem begründeten Verdacht der Wiederholungsgefahr.

Möglicherweise drohen dem Angeklagten nun mindestens vier Jahre Gefängnis.

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