Canto nach Feuer wieder obenauf

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Die Geschäftsführer von Canto, Jörg Schmidt (links) und Hagen Tschorn, haben nach einem Brand ein hervorragendes Krisenmangement bewiesen.

LÜDENSCHEID - Die canto Ing. GmbH aus Lüdenscheid hat sich von der Gründungsidee dreier kreativer Köpfe von einst zu einem leistungsstarken Projektmanagement für Produktentwicklung und -fertigung mit eigenem Werkzeugbau entwickelt.

Von Volker Gogoll

Für unterschiedlichste Branchen – von der Automobilindustrie bis hin zur Medizintechnik – werden heute individuelle Konstruktionen und hochwertige Prototypen umgesetzt. Bei einem Brand im Spätsommer 2011 hat das Unternehmen ein hervorragendes Krisenmanagement bewiesen. Ein Kurzschluss an einem Kompressor sorgte im Spätsommer des vergangenen Jahres bei der canto Ing. GmbH in Lüdenscheid für über eine halbe Million Euro Schaden.

Der Kurzschluss verursachte einen Brand, der sich durch Brandschutzmaßnahmen zwar selbst und ohne Feuerwehreinsatz löschte, aber dennoch folgenschwere Probleme mit sich brachte. Als PVC im Technikraum verbrannte, entstand ätzender Chlorwasserstoff, der in Verbindung mit der Luftfeuchtigkeit Salzsäure bildete. Dadurch war der komplette Werkzeugbau innerhalb eines Wochenendes mit einer rostbraunen Korrosionsschicht überzogen und musste durch ein Spezialunternehmen ausgeräumt und das Interieur komplett saniert werden.

Dies zwang das Entwicklungsunternehmen von Prototypen aus Lüdenscheid zu einer kostspieligen Produktionsunterbrechung von zwei Monaten. Zunächst wurde der komplette Werkzeugbau ausgeräumt und bei einem Spezialunternehmen für Brandsanierung aufgearbeitet. Nach zwei Monaten trafen die ersten Maschinen und Werkzeuge ein, so dass nach und nach die Fertigung wieder aufgenommen werden konnte. „Bis auch die letzte Maschine wieder im Werkzeugbau steht, könnte es wohl Ostern werden“, befürchtet Geschäftsführer Hagen Tschorn.

Dank eines guten Firmennetzwerkes konnten Kundenaufträge trotzdem zuverlässig erfüllt werden. „Sehr dankbar waren wir für das Verständnis, welches uns die Kunden in dieser Situation entgegengebracht haben“, lobt Tschorn die gute Zusammenarbeit.

Seit der Rückkehr nach Lüdenscheid im Mai 2005 hat die Firma canto erheblich in den Standort investiert. So wurde unmittelbar vor dem Brand noch eine neue Drahterodiermaschine angeschafft. Auch in Zukunft soll der eigene Maschinenpark am Standort Lüdenscheid weiter ausgebaut werden.

Canto bildet für seine Kunden die komplette Fertigungskette in seinem Hause ab. Gestartet als reines Konstruktionsbüro hat sich das Unternehmen heute zu einem leistungsstarken Projektmanagement mit eigenen Abteilungen für Produktentwicklung und -konstruktion, Modellbau sowie einem eigenen Werkzeugbau entwickelt. Unterstützt werden Kunden aus den unterschiedlichsten Branchen, wie der Automobilindustrie, der Medizintechnik oder auch der DIY-Branche.

Nach dem Brand konnte durch schnelle und unbürokratische Hilfe von Gerd Götz, Geschäftsführer der exeron GmbH, schnell eine 5-Achs HSC Fräsmaschine in Betrieb genommen werden. Die Fertigung wurde damit schnell fortgesetzt. „Mit der Firma exeron haben wir stets einen zuverlässigen Partner an unserer Seite“, freut sich Jörg Schmidt, Geschäftsführer von canto.

Will man ein Fazit nach dem Brand ziehen, so hat sich gezeigt, dass die canto GmbH ein hervorragendes Krisenmanagement bewiesen hat. Seit Beginn dieses Jahres läuft der Betrieb wieder auf Hochtouren. Neben der Entwicklung und Konstruktion von Funktionsbauteilen entstehen bei canto zudem komplexe Werkzeuge.

Außerdem wurde das Unternehmen nun um den Geschäftsbereich Kunststofffertigung ergänzt. Jörg Schmidt: „Für uns nur eine logische Konsequenz, denn unsere Kunden fragten immer mehr nach Partnern für die Kleinstserienfertigung. Die haben wir nun kurzerhand selbst übernommen.“

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