Caféhauskonzert huldigt dem Tango

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Die feurige Tanzeinlage zum Ende des ersten Konzertteils wurde zum Bedauern mancher Zuschauer durch Musiker und Instrumente weitgehend verdeckt. ▪

LÜDENSCHEID ▪ Temperament und Feuer im Blut sind die Voraussetzungen, um die Tanzfläche bei einem gepflegten Tango zum Glühen zu bringen. Diese Atmosphäre brachten die Musiker des Adonis Salonorchesters am zweiten Weihnachtsfeiertag bei ihrem siebten Caféhauskonzert mit dem Titel „L’Tango“ in gewohnter Qualität auf die Bühne im Kulturhausfoyer.

Ein um 20 Minuten verspäteter Beginn, vermutlich bedingt durch die Tatsache, dass es keine Bedienung gab und es entsprechend dauerte, bis sich alle Gäste mit Kaffee und Kuchen selbst versorgt hatten, erhitzte einige ungeduldige Gemüter jedoch zunächst auf unschöne Weise.

Im Anschluss an das wie gewohnt hörenswerte Konzert waren die vom Vorweihnachtsstress wohl noch angeschlagenen Seelen der Musikfreunde jedoch wieder milder gestimmt, wozu sicher auch der von Wanja Weippert gemixte Tango-Cocktail mit Sekt und Kirschsecco beitrug. Das Adonis-Salonorchester, dessen Stammbesetzung mit Wanja Weippert (Gesang), Frank Zabel (Klavier), Thomas Wurth (Gesang, Trompete), Stefan Weippert (Moderation, Kontrabass) und Klaus Sonnabend (Gesang, Schlagzeug) diesmal durch Philipp Wenger (Violine) und Martina Bloch-Schiepek (Tanz) ergänzt wurde, lieferte an diesem Abend wohl eine der besten Vorstellungen der Konzertreihe ab.

Konzentrierten sich die Musiker im ersten Teil auf den südamerikanischen Tango und den wohl bekanntesten Komponisten dieser Musikgattung, Astor Piazzola, standen im zweiten Teil vor allem Abwandlungen des Genres, auch in deutscher Sprache, auf dem Programm. Der Opener „Malena canta el Tango“ aus der Feder von Lucio Demare bestach nicht nur durch den temperamentvollen Gesang von Wanja Weippert, sondern auch durch das weiche Trompetenspiel von Thomas Wurth, welches das gesamte Konzert auf angenehm entspannte Weise begleitete. Auch als Sänger konnte Wurth, ebenso wie Drummer Klaus Sonnabend, ein ums andere Mal überzeugen.

Beim Tango „Jalousie“ hatte Philipp Wenger seinen ersten großen Auftritt. Aus seinem Instrument floss nicht selten jene Melancholie, die den südamerikanischen Tango ausmacht. Zwischen den Musikstücken nahm sich Stefan Weippert die Zeit, die Geschichte und die Hintergründe des Tango zu erläutern. Der erste Konzertteil endete mit einem Tangotanz zu dem Stück „La Nuova Cumparsita“, den Wanja Weippert gemeinsam mit Martina Bloch-Schiepek elegant auf die Bühne brachte. Bedauerlicherweise wurde ein großer Teil der Darbietung durch Musiker, Notenständer und Instrumente verdeckt.

Mit einem Augenzwinkern dargebotene deutsche Tango-Schlager bestimmten den zweiten Konzertteil. Zuerst bewegte sich die Combo „In einer kleinen Konditorei“, einem Schlager von Fred Raymond. Schön melancholisch interpretierte sie Joe Rixners Chanson „Blauer Himmel“, bevor sie mit „Zwei alte Tanten tanzen Tango“ den bissigen österreichischen Kabarettisten Georg Kreisler würdigten. Auch der Pop-Song „Roxanne“ von Sting wurde gekonnt in einer Tango-Fassung aus dem Soundtrack des Films „Moulin Rouge“ dargeboten. Wanja Weippert lieferte die gesangsstarke Zugabe des Nachmittags mit dem Stück „Yo soy Maria“ aus Astor Piazzolas Tango-Oper „Maria des Buenos Aires“. ▪ bot

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