CaféhausKonzert mit dem Adonis-Salonorchester

In Hochform: Sängerin Wanja Weippert.

Lüdenscheid - Unheimlich wurde es für die Besucher des Caféhauskonzertes am 2. Weihnachtstag im Kulturhaus. Das Adonis-Salonorchester mit Wanja Weippert (Gesang), Stefan Weippert (Bass, Kontrabass), Klaus Sonnabend (Schlagzeug, Gesang), Thomas Wurth (Trompete, Gesang) und Hans Wanning (Klavier, Keyboard) interpretierte Musik aus Grusel- und Horror-Filmen.

Ganz besonders freuten sich die Musiker über eine Besuchergruppe, die eigens aus dem niederländischen Maastricht angereist war.

Dass der Schwerpunkt im ersten Teil auf Musik aus Vampirfilmen lag, hatte einen Grund, denn die Idee zum Programm war bei der Aufführung des Stückes „Nosferatu“ auf der Waldbühne entstanden, als die Musiker die Zeit bis zum Einbruch der Dämmerung mit Musik rund um die Blutsauger überbrückten. Später fügte das Salonorchester den Werken aus den Nosferatu-Verfilmungen von Murnau und Herzog sowie dem Dracula-Film von Francis Ford Coppola noch Titel aus anderen Horror-Filmen wie dem „Exorzisten“, „Wenn die Gondeln Trauer tragen“, „American Werwolf“ oder „From Dusk Till Dawn“ für ein abendfüllendes Programm hinzu.

Idee auf der Waldbühne geboren

Die anfängliche Skepsis einiger Gäste, ob am zweiten Weihnachtsfeiertag Musik aus Horror-Filmen angebracht ist, wurde mit wunderschönen Stücken wie dem Jazz-Standard „Midnight“ aus Stanley Kubricks „Shining“ oder der ebenso eleganten Instrumental-Version des Titelsongs aus David Lynch’s „Blue Velvet“ ausgeräumt.

Ferner hielten sich die Musiker auch nicht sklavisch an die Vorgaben und streuten Stücke ein, die nichts oder nur marginal etwas mit dem Thema Horror gemein hatten. So ist „Kill Bill“ von Quentin Tarantino, in dem der an diesem Abend im „Latin Style“ dargebotene Song „Bang, Bang“ zu hören ist, kein Horror-Film. Das Lied „Stroganoff“ von Friedrich Hollaender, bekannt geworden durch die Sängerin Helen Vita, stammt aus keinem Film, beschreibt jedoch augenzwinkernd die durchaus gruselige Geschichte der Entstehung des Gerichtes „Filet Stroganoff“.

Die Interpretation des zungenbrecherischen, mit russischem Akzent und eigenwilliger Orthographie verfassten Textes durch Sängerin Wanja Weippert wurde zu einem Höhepunkt des Abends. Dass auch Schlagzeuger Klaus Sonnabend ein hervorragender Sänger ist, bewies er beim Song „Putting On Fire“, den David Bowie für den Film „Katzenmenschen“ komponierte. Hier glänzte auch Thomas Wurth mit einem fetzigen Trompeten-Solo.

Bloody Mary für die Gäste

Wie aus vielen anderen Caféhauskonzerten bekannt, brauchten die Gäste nicht auf einen liebevoll produzierten Schwarz-Weiß-Stummfilm mit den Musikern zu verzichten, bei dem es sich selbstredend um einen Horror-Film handelte. Sogar ein Zitat der Dusch-Szene aus „Psycho“ durfte darin nicht fehlen, freilich mit einer unerwarteten Wendung serviert.

Wanja Weippert mixte dabei für einige Zuschauer einen stilechten Bloody Mary. Bei der Zugabe kamen mit dem Rock’n Roll-Stück „Keep On Knocking“ von Little Richard Fans der Stephen-King-Verfilmung „Christine“ auf ihre Kosten.

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