„Café 34“ der Stadtmission schließt nach 22 Jahren

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Unser Gruppenfoto zeigt einen Teil der Besucher und Mitarbeiter des Cafés. In der hinteren Reihe sind Bruno Löffel, Leiter der Stadtmission (3.v.l.), daneben Wolfgang und Birgit Elste, die das Café verantwortlich geführt haben, zu sehen.

LÜDENSCHEID - Das „Café 34“, als „Oase der Straße“ bekannt, schließt seine Pforten. Schweren Herzens stellt die Stadtmission der Freien Christlichen Jugendgemeinschaft (FCJG) als Träger den öffentlichen Cafébetrieb in ihren Räumen an der Bahnhofstraße 34 ein.

„Wir haben keine neuen Mitarbeiter, die das Café verantwortlich übernehmen“, sagt Bruno Löffel, Leiter der FCJG Stadtmission, zum Aus für das mehrheitlich von Gästen aus gesellschaftlichen Randgruppen besuchte Café. Wolfgang und Birgit Elste, lange Jahre für das Café verantwortlich, verabschiedeten sich jetzt aus dem Dienst. 

Im Rahmen einer Weihnachtsfeier nahm das Ehepaar Abschied vom Café. „Wir haben die Hoffnung, dass unsere Arbeit Früchte trägt“, so Birgit Elste. „Und dass keiner in ein Loch fällt.“ Damit dies nicht geschieht und Menschen in Not weiterhin eine Anlaufstelle haben, wurden vielfältige Kontakte – etwa zum Obdachlosenfreundeskreis oder zum Team der „Andacht mit Biss“ (mittwochs um 10 Uhr in der Kulturfabrik) – geknüpft. „Etliche gehen bereits dorthin.“ 

Die Schließung des Cafés bedeutet nicht, das ist Bruno Löffel wichtig, dass Menschen in Not künftig im Haus der Stadtmission vor verschlossenen Türen stehen. „Wenn jemand Not hat, kann er nach wie vor klingeln.“ 22 Jahre Cafébetrieb – das Café 34 nahm 1991 als Wärmestube für Obdachlose seine Arbeit auf – sind für den Leiter der Stadtmission vor allem ein Grund, allen Spendern und Mitarbeitern für ihr langjähriges Engagement und ihre Spendenbereitschaft zu danken. 

Mit Sachund Finanzspenden machten Lüdenscheider den Cafébetrieb über die Jahre hinweg möglich. „Anfangs war das Café ein Ort zum Aufwärmen“, erinnert sich Löffel. „Irgendwann kamen Mahlzeiten dazu. Spontan wurden auch Matratzen aufgerollt.“ Bis zu vierzehn Personen übernachteten in der Anfangszeit im Café. „Es gab auch eine Kleiderkammer und Möglichkeiten zu duschen.“ An sechs Tagen in der Woche war das Café geöffnet. 20 bis 30 Mitarbeiter – alle ehrenamtlich – kümmerten sich um die in Not geratenen Menschen. 

Zuletzt standen Wolfgang Elste, von Anbeginn an dabei, und seiner Ehefrau nur noch zwei ehrenamtliche Helfer zur Seite. Dienstags und donnerstags war das Café geöffnet. Nicht allein der Versorgung wegen, auch als Treffpunkt zum Quatschen, Spielen und Scherzen, als Ort geistlichen Inputs und des Gebets war das Café bei seinen Besuchern beliebt. Worte des Dankes gaben die Besucher den Elstes mit auf den Weg. „Ihr wart ein Teil von uns. In unseren Herzen seid ihr immer bei uns“, hieß es zum Abschied. _ MS

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