HG Butzkos politischer Rundumschlag

HG Butzko überzeugte im Bistro K

LÜDENSCHEID ▪ Hintergründig, intelligent und wortgewandt präsentierte sich HG Butzko mit seinem politischen Kabarett „Herrschaftszeiten“, das im gut besuchten Bistro K beste Unterhaltung versprach. Der politische Rundumschlag war perfekt. Von Merkel über Steinbrück, bis Pofalla teilte Butzko aus, lieferte kenntnisreiche Wortakrobatik ab, Treffsicherheit im Sekundentakt, unterbrochen von Lachsalven des Publikums und honoriert mit viel Beifall.

Auch Jörg Asmussen musste herhalten, zentrale Figur der Finanzpolitik. Denn der weiß, wie er sich und seinen Freunden einen schönen Profit zuschustern kann, sitzt er doch in allen entscheidenden Gremien. Den kontrollierenden und natürlich auch in den bewilligenden: „Den müssen Sie sich unbedingt merken. Asmussen. Jörg Asmussen.“ Wer vertiefende Kenntnisse über die „wandelnde Schleimbeutelentzündung“ Ronald Pofalla suchte, „den großen Arschkriecher, der nicht umsonst Po-falla heißt“ war an diesem Abend ebenfalls richtig.

Kabarettistische Perlen gab es mit einem glänzenden Butzko, als er Merkel mimte. Es machte Spaß zuzuschauen. Perfekt imitierte Gebaren der Dame aus dem Kanzleramt, bei dem mimischer und gestischer Ausdruck stimmte, Lachsalven waren garantiert, wenn er sie verkündigen ließ: „Sinkende Reallöhne sind Ausdruck strukturellen Verbesserungen am Arbeitsmarkt“. Toll! Butzko freute sich schon auf die nächste Wahl, wenn sinkende Prozente die strukturelle Verbesserung am Politikmarkt anzeigen: „Ja, die Dame aus dem Kanzleramt hat viel von Kohl gelernt, auch, wie man Bürger verkohlt“, wusste Butzko.

Gnadenlose Wortakrobatik und Spitzfindigkeiten würzten dieses geistreiche Kabarett auf hohem Niveau. „Wer melken will, lässt andere ins Gras beißen“. Und dass Lenin schon wusste, dass Kontrolle gut, Wegsehen aber besser ist, ließ er die Anwesenden ebenfalls wissen. Schauspielerisches Talent packte er aus, als er den kleingeistigen Künstler Chris Die Motten mimte.

Denn: Je größer der Dachschaden, desto besser die Aussicht zum Himmel. Und dass er nicht immer verstanden werde, mache auch nichts. Mit jemandem wie ihn könne man keinen Krieg gewinnen? „Na und, ihr habt den doch auch verloren“, wusste Chris. Er stellte Tiere des Aquariums vor. Aale, Bücklinge, Joschka Fischers. Butzko präsentierte einen gelungenen politischen Rundumschlag. Feingeistig und durchdacht. Viel Beifall eines bestens unterhaltenen Publikums gab’s für „Herrschaftszeiten“ – ein Abend, der sich gelohnt hat.

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