„Uns wäre vieles erspart geblieben“

+
Feinsinniges Polit-Kabarett im Bistro K.: HG Butzko.

Lüdenscheid -   Politisches Kabarett stand im ausverkauften Bistro K auf dem Programm. Braucht man das heute noch? Einfacher ist es, den Politikern bei der Arbeit zuzuschauen. Und das hat Butzko getan. Und dabei sehr genau beobachtet.

Am Ende musste man erst einmal sehr gut nachdenken, um sich ins Gedächtnis zu rufen, was der Mann auf der Bühne ganz am Anfang gesagt hatte. HG Butzko, „der Hirnschrittmacher des deutschen Kabaretts“, wie er sich selbst in der Ankündigung seines neuen Programms „Super Vision“ beschreibt, ist keiner, bei dem man sich vor Lachen auf die Schenkel klopft und sofort weiß: der nächste Brüller folgt. Bei Butzko muss man folgen, hinterherdenken, und da er scheinbar tatsächlich ein bisschen schneller denkt als sein Publikum, wäre die Sache mit dem Hirnschrittmacher durchaus eine feine Sache gewesen.

Ganz oben auf seiner Liste, wie es ihrem Rang gebührt, die Kanzlerin. Gestus, Mimik und Sprache waren perfekt imitiert. Und so stand auch ein Satz aus der Regierungserklärung der Kanzlerin als Ausgangspunkt über Butzkos politischem Rundumschlag. „Diese Bundesregierung will die Quellen des guten Lebens allen zugänglich machen“.

Butzko erinnerte sich, als Merkel dies sagte, stand sie unter Medikamenteneinfluss nach ihrem Skiunfall. Aber auch Bundespräsident Joachim Gauck, die gesamte SPD, Putin und Obama hatte Butzko auf seiner Liste.

Wo sind wir, so lautete eine seiner scharfsinnigen Überlegungen, wenn ein Mann Asyl im Land von Putin sucht, weil er von einer Regierung verfolgt wird, die vom einem Friedensnobelpreisträger geführt wird? Der Fall Snowden. Beispielhaft für eine SPD-Karriere musste Andrea Nahles herhalten, die mit 18 Jahren als Berufswunsch angab: Hausfrau oder Kanzlerin. Und ein Poster von Angela Merkel über dem Bett hatte. Und die mit 19, als alle Partys feierten, einen SPD-Ortsverein gründete. Was für eine Frau! Selbst die Hells Angels nahmen lieber die Umgehungsstraße um ihren Wohnort. „Warum hatte sich damals keiner erbarmt, und Nahles zur Hausfrau gemacht? Uns wäre vieles erspart geblieben“, bedauerte Butzko.

„Sein Kabarett ist so nachhaltig, dass es einen noch Tage beschäftigt“, hat Meister Dieter Hildebrandt einmal über Butzko gesagt. Richtig. Es war feingeistiges und hintersinniges Kabarett, das dem Publikum im Bistro K serviert wurde. Wie angekündigt, hatte auch das Gehirn etwas zu tun. - uli

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare