Ehepaar aus dem MK beschäftigt die Justiz

Butter in den Kühlschrank oder nicht? Handfester Streit um Streichzart oder Hart

Butter wird nicht nur zur Brotzeit sondern auch zum Braten und Backen genutzt. Doch es gibt auch einige Alternativen. (Symbolbild)
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Symbolbild

Ein trauriger Ehekrieg findet seinen Höhepunkt in einem Strafverfahren am Amtsgericht. Der Richter stellt das Verfahren gegen den angeblich gewalttätigen Ehemann jedoch ein.

Lüdenscheid - Es lief schon länger nicht mehr so gut zwischen den Eheleuten. Streitereien vor den Kindern gehörten zum traurigen Alltag. Man hatte sich wohl auseinandergelebt. Die Beziehung trübte sich weiter, als er seine Frau mit deren Freundin betrog. Das Paar lebte, mehr schlecht als recht, in der gemeinsamen Wohnung getrennt voneinander. Bis zu jenem Tag, an dem er nach Angaben seiner Frau gewalttätig wurde.

Die Justiz glaubt zunächst den Angaben des Opfers. Ihr wird die Wohnung zugewiesen, er wird mit einem Kontaktverbot belegt und bekommt einen Strafbefehl über 1500 Euro. Doch damit ist die Angelegenheit längst nicht erledigt.

Lüdenscheider legt Einspruch gegen Strafbefehl über 1500 Euro ein

Denn der 43-jährige Hartz-IV-Empfänger legt Einspruch ein und lässt es damit auf einen öffentlichen Prozess ankommen. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten einen Fall von Körperverletzung vor. Demnach schubste der 43-Jährige seine Frau am 18. März 2020 in der Küche der gemeinsamen Wohnung, schlug ihr mit der Faust auf den Handrücken und packte sie schmerzhaft bei den Oberarmen.

Der Anlass des Streits war nach Aussage des Angeklagten vergleichsweise nichtig. „Es war wegen der Butter. Sie sollte nicht im Kühlschrank stehen, weil man sie dann nicht aufs Brot streichen kann.“ Doch die Hausfrau hat nicht nur eine andere Meinung zum Butter-Thema, sondern sagt: „Dann verpiss doch doch zu deiner Schlampe!“

Strafrichter Andreas Lyra bleibt ruhig und blättert durch die Akten. Er entdeckt Unstimmigkeiten. Offenbar hat die Ehefrau im Ermittlungsverfahren etwas anders ausgesagt als beim Familiengericht. Schon dort wurde niedergelegt: „Es erscheint nicht sehr wahrscheinlich, dass sich der Vorfall so zugetragen hat.“ Das passt wiederum zu der Aussage des Angeklagten, der bestreitet, seine Frau geschlagen zu haben.

Für den Richter steht eine andere Frage im Vordergrund. „Ist denn jetzt Ruhe eingekehrt?“ Der 43-Jährige bejaht. Der Umgang mit den Kindern sei geregelt, das Gewaltschutzverfahren gegen ihn ist längst aufgehoben. Lyra stellt das Verfahren ein. „Damit ist die Sache strafrechtlich erledigt.“

Die beiden Eheleute werden sich trotzdem noch mal vor Gericht treffen. Der Scheidungstermin steht bevor.

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