Barrierefreie Haltestellen

MVG-Haltestellen werden barrierefrei: Hier muss noch gebaut werden

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Barrierefreie Bushaltestelle: Sauerfeld ZOB.

Lüdenscheid - Bis zum 1. Januar 2022 soll die vollständige Barrierefreiheit im öffentlichen Personennahverkehr gewährleistet werden. Das ist gesetzlich vorgeschrieben. Die Stadt reagiert nun und lässt Bushaltestellen in ganz Lüdenscheid umbauen.

Eine Bordsteinhöhe, die einen spaltfreien Ein- und Ausstieg ermöglicht, Rippen- und Noppenplatten, die Sehbehinderten den Weg weisen, sowie die Niederflurtechnik in Bussen – bis zum 1. Januar 2022 soll laut Personenbeförderungsgesetz die vollständige Barrierefreiheit im öffentlichen Personennahverkehr gewährleistet werden. Dafür sind diverse Maßnahmen notwendig.

Wer ist zuständig?

Während die Märkische Verkehrsgesellschaft für eine entsprechende Ausstattung ihrer Flotte sowie der Haltestellen verantwortlich zeichnet (beispielsweise Niederflurbusse, gut hörbare Durchsagen im Fahrzeug sowie Schilder und Fahrpläne), fällt der barrierefreie Umbau der Haltestellen in den kommunalen Aufgabenbereich.

Wie Stadtsprecher Sven Prillwitz auf Nachfrage erklärt, gibt es im Stadtgebiet 289 Haltestellen.

Wie geht die Stadt mit den Vorgaben um?

Die Stadt hat laut Prillwitz eine Prioritätenliste für den Ausbau der Haltestellen erstellt, in der die Frequentierung und der Standort – und damit eine hohe Verkehrsbedeutung – als wichtigste Kriterien definiert worden sind.

Auf dieser Basis werden die Haltepunkte nun nach und nach in einem laufenden Prozess umgebaut. Stehen in einer Straße Gehweg- und Deckensanierungen an, werden die dortigen Haltestellen ebenfalls barrierefrei umgebaut, um Kosten zu sparen.

Wann gilt eine Haltestelle als barrierefrei?

Ein wichtiges Kriterium sei die Bordsteinhöhe. Diese müsse so gewählt werden, dass ein sogenannter „spaltfreier Ein- und Ausstieg“ möglich ist. Das heißt: Rollstuhlfahrer und Sehbehinderte müssen ein- und aussteigen können, ohne eine Kante überwinden zu müssen.

Ein weiteres Kriterium seien sogenannte taktile Leitelemente wie Rippen- und Noppensteine, die sehbehinderten Menschen eine Orientierung ermöglichen.

Wie viele Haltestellen sind bislang umgebaut worden?

Mit den Haltestellen am Sauerfeld sowie an den Bahnhöfen in Lüdenscheid und Brügge wurden die nach der Prioritätenliste wichtigsten Standorte bereits fertiggestellt. In diesem Jahr folgten zudem drei Haltestellen am Kreishaus, an der Schubertstraße sowie zuletzt am Abzweig Höh/Klinikum.

Bereits mit dem Umbau angefangen wurde an der Haltestelle Kölner Straße, hier laufen derzeit die Arbeiten. Zurückgestellt wurde laut Prillwitz hingegen die Haltestelle am Geschwister-Scholl-Gymnasium – aufgrund des Neubaus der Musikschule.

Wer trägt die Kosten?

Für den barrierefreien Umbau bemüht sich die Stadt um Fördermittel. Wie der Stadtsprecher weiter erklärt, seien für das erste genannte Paket 193 440 Euro zuwendungsfähig, sodass 90 Prozent davon aus Landesmitteln gefördert werden.

Die Bewilligung des Förderantrags stehe zwar noch aus, jedoch habe die Stadt die Zusage bekommen mit dem Ausbau anfangen zu dürfen.

Welche Maßnahmen sind für dieses Jahr geplant?

Gleich sechs Standorte möchte die Stadt noch in diesem Jahr angehen. Dazu zählen: die Christuskirche (vier Haltestellen), der Kluser Platz (2), Buckesfeld (2), Gevelndorf (2), die Worth (3) – eine vierte Haltestelle wurde im Rahmen der Maßnahme Lennestraße bereits umgebaut: die Gotenstraße. 430 000 Euro dafür seien zuwendungsfähig, auch hier sollen 90 Prozent vom Land gefördert werden. Die Bewilligung steht jedoch noch aus.

Welche Maßnahmen folgen in 2020?

Auch für nächstes Jahr hat die Stadt bereits einen Antrag auf Fördergelder angemeldet, die Kosten für nachfolgende Maßnahmen belaufen sich auf 642 290 Euro: Bräuckenkreuz, Wilhelmstraße (in Zusammenhang mit dem IHK Altstadt), Wehberger Wendestelle, Eichholz, Bergstadt-Gymnasium und Schlachthausstraße.

Nicht förderfähig ist laut Sven Prillwitz der barrierefreie Ausbau der Haltestellen im Olpendahl im Bereich des Autohauses Jürgens. Die Gesamtkosten von 46 000 Euro trage die Stadt Lüdenscheid.

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