Grundstücksbesitzer in der Pflicht

Herbstlaub auf Straßen und Gehwegen: Wer muss fegen?

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Nicht nur Besen und Harke kommen bei der Laubbeseitigung zum Einsatz: Doch während Naturschützer den Einsatz eines Laubbläsers grundsätzlich ablehnen, unterliegt die Nutzung aufgrund der Lautstärke gewissen Vorschriften.

Lüdenscheid - Für viele ist der „goldene Herbst“ mit seiner farbigen Blätterpracht die schönste Zeit des Jahres. Doch sobald die Blätter von den Bäumen rieseln, hört für viele die Freude auf: Dann kommen gerade auf Grundstücksbesitzer Pflichten zu. Aber nicht nur auf sie. Die wichtigsten Fragen und Antworten hier. 

Grundstücksbesitzer müssen die Gehwege vom Laub befreien, damit es bei Nässe nicht zu ungewollten Ausrutschern kommt. Denn sobald die Kommune die Pflicht zum Kehren auf die Hausbesitzer übertragen hat, sind diese für die Verkehrssicherheit verantwortlich – und haften im Zweifel, wenn etwas passiert. 

Wer ist auf öffentlichen Straßen, Wegen und Grünanlagen zuständig? 

Diese Aufgabe übernehmen die Mitarbeiter des Stadtreinigungs-, Transport- und Baubetriebs Lüdenscheid, denn sie sind für die Straßenreinigung im Allgemeinen verantwortlich. „Und da machen wir auch keinen Unterschied zwischen Dreck, Laub oder Schnee – wir reinigen, egal, was da liegt“, erklärte STL-Werkleiter Heino Lange. Was also für den Schnee im Winter gelte, gilt auch für das Laub im Herbst. Problematisch werde es allerdings erst dann, wenn es nass wird: „Dann wird es rutschig.“ 

Wie oft wird wo gereinigt? 

Grundsätzlich seien die Teams des STL täglich im Einsatz, um Straßen, Gehwege & Co. mit den Kehrmaschinen zu reinigen. Wann, wo und wie oft das passiert, ist in der sogenannten Straßenreinigungssatzung festgelegt. In ihr sind die einzelnen Straßen – je nach überwiegender Verkehrsbedeutung – in insgesamt acht Reinigungsklassen unterteilt. Diese wiederum regeln die Reinigungspflicht und -häufigkeit. 

Gibt es Ausnahmen?

„Außergewöhnliche Verunreinigungen, dazu zählt auch starker Laubfall, sind unverzüglich zu beseitigen“, heißt es in der Satzung. „Nach starkem Wind oder einem Frostschub müssen wir teilweise genauso handeln wie bei einem Winterdiensteinsatz“, weiß Lange um den Aufwand. Denn je nach Laubmenge seien die Kessel der Kehrmaschinen schnell voll und müssten häufiger geleert werden. Entsorgt wird der Unrat übrigens – anders als bei Privathaushalten – gesondert, verweist Lange nicht zuletzt auf die Stickoxidbelastung bei Unrat von der Straße. 

Welche Pflichten haben Hauseigentümer? 

In der Pflicht stehen nicht nur die Mitarbeiter des STL, sondern auch die Hauseigentümer. Wie oft der Gehweg vor dem eigenen Grundstück gekehrt und gefegt werden muss, ist nicht festgelegt, aber auch hier gilt die Verkehrssicherungspflicht. Ähnlich wie bei Schnee und Glätte müssen Hauseigentümer dafür sorgen, dass der Weg gefahrenfrei begehbar ist. Dabei ist es auch egal, ob das Laub von eigenen Bäumen stammt oder nicht: „Bäume an Straßen gehören allen – und damit auch das Laub“, betont Lange. 

Wie und wo dürfen Privatleute ihr Laub entsorgen? 

„Laub gehört in die Kompostierung“, weiß der Werkleiter. Das kann sowohl der Komposthaufen im Garten sein als auch die braune Tonne für Grünabfälle. Wer weiteren Bedarf hat, kann das Laub auch kostenfrei zum STL-Recyclinghof bringen. Das Verbrennen von Laub ist in Lüdenscheid – wie auch in vielen anderen Kommunen –übrigens verboten: „Aufgrund des hohen Wassergehalts raucht und stinkt brennendes Laub, außerdem wird Feinstaub freigesetzt“, weiß auch die Verbraucherzentrale NRW. 

Darf Laub im Garten liegen bleiben?

Das ist vor allem von Naturschützern sogar ausdrücklich erwünscht, da es für das Überwintern vieler Tiere wichtig ist. „Zusammengekehrte Laubhaufen sind für viele Tiere eine notwendige Überwinterungshilfe. Zum Beispiel für Igel und die Larven vieler Schmetterlinge. Verteilt auf Beeten und unter Bäumen, finden dort Regenwürmer, Spinnen, Käfer, Molche, Raupen und Falter einen Unterschlupf“, weiß der Naturschutzbund Deutschland.

Darf man einen Laubbläser zu Hilfe nehmen? 

Während die Nabu-Experten dieses Hilfsmittel kategorisch ablehnen – aufgrund seiner Lautstärke, der Abgase und nicht zuletzt des Schadens für die Tiere –, weiß Lange: „Hier muss man aufpassen, denn die Nutzung unterliegt Vorschriften.“ Da Laubbläser eine Lautstärke zwischen 85 und 110 Dezibel erreichen, dürfen sie nur zu bestimmten Zeiten eingesetzt werden. Für Lüdenscheid heißt das: werktags von 9 bis 13 Uhr sowie von 15 bis 17 Uhr. Ausnahme: Trägt das Gerät die sogenannte „Euroblume“ (europäisches Umweltzeichen) und ist damit geräuschärmer, darf es werktags auch von 7 bis 20 Uhr benutzt werden.

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