Lüdenscheider Unternehmen entwickelt Kühlungen für Antennen und Radarsysteme

Bundeswehr: Unternehmen aus MK entwickelt Taktisches Luftverteidigungssystem mit

Geschäftsführer Guido Schulte und sein Team von Weinreich Industriekühlungen haben an der Entwicklung des Taktischen Luftverteidigungssystems mitgearbeitet.
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Geschäftsführer Guido Schulte und sein Team von Weinreich Industriekühlungen haben an der Entwicklung des Taktischen Luftverteidigungssystems mitgearbeitet.

Mehrere Jahre der Entwicklung und Erprobung liegen hinter den Verantwortlichen, nun soll demnächst die Entscheidung über das neue „Taktische Luftverteidigungssystem“ für die Bundeswehr fallen. An ihm war auch ein Lüdenscheider Unternehmen beteiligt.

Lüdenscheid – Wenn demnächst der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages über den Bundesetat für das kommende Jahr abstimmen wird, dann richtet auch ein Lüdenscheider Unternehmen seinen Blick nach Berlin: Die Firma Weinreich Industriekühlung war in den vergangenen acht Jahren an der Realisierung des neuen „Taktischen Luftverteidigungssystems“ (TLVS) beteiligt – entwickelte und konstruierte die Kühlung für die Antennen und Radarsysteme.

Eine Vorserie mit vier Anlagen wurde vom Unternehmen MBDA mit Hauptsitz in Schrobenhausen sowie dem US-Unternehmen Lockheed Martin bereits realisiert und zwei Jahre lang „im Feld“ erprobt. Mittlerweile wurde beim Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) ein zweites Angebot eingereicht, das die Entwicklung, Erprobung, Zertifizierung und Lieferung des zukünftigen deutschen taktischen Luftverteidigungssystems umfasst. Eine Entscheidung zur Realisierung steht jedoch noch aus.

„Mehr als 80 Unterauftragnehmer mit mehr als 6000 hoch qualifizierten Mitarbeitern sollen das TLVS-Programm unterstützen – der Großteil davon aus Deutschland“, heißt es von Dietmar Thelen, Geschäftsführer des Joint Ventures TLVS GmbH.

„Spezialisten aus der ganzen Republik“

Er verweist auf die wirtschaftliche Bedeutung gerade für den Mittelstand: „An dem Projekt würden Spezialisten aus der ganzen Republik beteiligt sein – mit einer langfristigen Perspektive von mehr als acht Jahren.“ Ein Teil davon könnte dann auch der heimische Mittelständler Weinreich Industriekühlung sein – „und Spitzentechnologie zum Einsatz bringen“.

„Als die Anfrage im Jahr 2007 kam, haben wir natürlich sofort ja gesagt – allerdings nicht wissend, was das für eine Tragweite hatte“, erinnert sich Geschäftsführer Guido Schulte. „Aber wir haben alle Anforderungen erfüllt.“ Entscheidend sei gewesen, dass man alle Fertigkeiten und das Know-how im Haus habe und jederzeit auf eigene Mitarbeiter zurückgreifen konnte.

Vier Anlagen hat Weinreich Industriekühlung nach einer intensiven Entwicklungszeit liefern dürfen – seit zwei Jahren werden sie erprobt. „Das Radar hat bislang ohne Ausfälle gearbeitet – auch unter besonderen Bedingungen in der Wüste“, freut sich der Diplom-Ingenieur. Denn die achtjährige Entwicklungsarbeit habe das Unternehmen deutlich weiterentwickelt.

Zusätzliche Arbeitsplätze in Lüdenscheid

Sollte der Auftrag für das Schutzsystem am Ende erteilt werden, würde das Lüdenscheider Unternehmen, so Guido Schulte, etwa 20 Mitarbeiter für das Projekt „abstellen“ und zusätzlich weitere Ingenieure rekrutieren. „Das wäre eine absolute Herausforderung für uns, die wir aber gerne annehmen würden.“

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