Im Bundestag vor großen und kleinen Fragen

Der Lüdenscheider Matthias Heider ist seit 2009 Mitglied des Bundestages.

LÜDENSCHEID - Von der Frage, wie nachhaltiges wirtschaftliches Handeln zur Bewahrung der Schöpfung beitragen kann, bis zur Frage, ob die Bundeskanzlerin Angela Merkel denn auch morgens ins Parlament kommt, reicht die Bandbreite dessen, was der Lüdenscheider CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Matthias Heider in Berlin beantworten soll.

Die erste Frage stellt sich die Enquête-Kommission „Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität“ in den kommenden drei Jahren. Diese Gruppe aus jeweils 17 Parlamentariern und Sachverständigen soll wie jede Enquête des Bundestages tiefgreifende Zukunftsentscheidungen vorbereiten. Dafür entsandte die Berliner CDU/CSU-Fraktion den Wirtschaftsexperten Matthias Heider als einzigen Christdemokraten aus Nordrhein-Westfalen.

Die zweite Frage, wie Heider im LN-Gespräch schmunzelnd berichtet, stammt von einer Lüdenscheider Schülerin. Sie gehörte zu einer Klasse, die „ihren“ Bundestagsabgeordneten in Berlin besuchte – inzwischen konnte er 1200 Gäste dort begrüßen.

Für ihn sei das eine so wichtig wie das andere, erklärt der 44-Jährige. „Über die Entsendung in die Kommission freue ich mich natürlich sehr. Sie wird sich auch mit Fragen auseinandersetzen, die unsere Verfassung berühren, etwa der, ob Wahlperioden von vier Jahren heute noch ausreichen.“

Ebenso wichtig bleibe ihm indes der Kontakt zu Bürgern aus seinem Wahlkreis, der den Süden des Märkischen Kreises ebenso umfasst wie den Kreis Olpe.

In seiner noch kurzen Zeit als Abgeordneter hat Heider schon viel erlebt – parlamentarischer Alltag war noch nicht dabei. Da war die Wirtschaftskrise samt ungeahnt kräftigem Aufschwung, „der uns jetzt wieder vieles leichter macht“. Da waren zwei Haushalte abzustimmen, da war der Rücktritt des Bundespräsidenten, die Einsätze der Bundeswehr, das Energiekonzept oder die Hartz-IV-Reform.

Die beschäftigte in ihren Konsequenzen, vor allem was den befürchteten bürokratischen Aufwand für das Bildungspaket betrifft, zuletzt auch die Bürgermeister im Märkischen Kreis (die LN berichteten). Für Matthias Heider steht dagegen fest: „Es muss die kritisierten Einzel-Nachweise geben, weil das Bundesverfassungsgericht genau diese Transparenz von uns verlangt hat.“ Und so kompliziert, wie es jetzt in Lüdenscheid und Iserlohn befürchtet wird, müsse der notwendige Abgleich nicht werden, zeigt sich Heider überzeugt. „Das vernünftig zu regeln, ist in erster Linie eine Aufgabe der Arge. Und das ist machbar.“

Parallelen zwischen der „großen“ Politik und den Ratsdebatten vor Ort hat Heider inzwischen ebenfalls festgestellt: „Es gibt in den Fachausschüssen erfrischend sachliche Diskussionen, im Bundestag dann erfrischend polemische.“ So ist das Geschäft – übrigens auch für die Kanzlerin. Denn Angela Merkel, das konnte Heider der Schülerin aus Lüdenscheid verraten, ist auch morgens meistens da.

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