Vor Bundespräsidentenwahl 4700 Ratschläge in der Mail

Adressatin tausender Emails: Angela Freimuth (FDP).

LÜDENSCHEID - Mit Stand vom Montag, 19 Uhr, hatte Angela Freimuth zum 4700. Mal elektronische Post erhalten.

Eingesetzt hatte die Email-Flut „an die Delegierten aus Nordrhein-Westfalen“ im Vorfeld der morgigen Bundespräsidentenwahl am letzten Donnerstag um 12.42 Uhr, wie die heimische FDP-Landtagsabgeordnete berichtete. Seither landen täglich 900 Mails mit gleichlautendem Text auf ihrem Rechner. 15 Exemplare aus Lüdenscheid sind bisher dabei, drei aus Schalksmühle. Der Inhalt war und ist immer derselbe: „Ich schreibe Ihnen heute als Bürger unseres Landes, da Sie gemeinsam mit 1243 Repräsentanten am 30. Juni uns, die Bürgerinnen und Bürger in der Bundesversammlung zur Wahl des Bundespräsidenten vertreten werden. Nach meinem Verständnis ist das Amt des Bundespräsidenten überparteilich und sollte moralische Autorität und Führungsqualitäten aufweisen, die alle Deutschen miteinander vereint. Aus diesem Grund fordere ich Sie dazu auf, Parteipolitik und Fraktionszwang außer Acht zu lassen und im Sinne der Bürger unseres Landes zu wählen.“ Nur 100 Absender setzten ausdrücklich hinzu, was der Text nahe legt: die Bitte, für den Rotgrün-Kandidaten Joachim Gauck zu stimmen.

Heute Mittag geht es für die aus Lüdenscheid stammende Schalksmühlerin nach Berlin, wo am Nachmittag eine Fraktionssitzung der Liberalen angesetzt ist. Einen ersten der 4700 Briefe hat Freimuth indes beantwortet: Sie teile die Sicht, dass das Amt des Bundespräsidenten überparteilich wahrgenommen werden muss und von einer Persönlichkeit mit moralischer Autorität ausgeübt werden sollte, heißt es darin. Und: „Seien Sie gewiss, dass ich in diesem Sinne meine Verantwortung für der Bürgerinnen und Bürger unseres Landes wahrnehmen werde.“

Ebenfalls für heute hat Freimuth die Einladung zum Gespräch mit dem Koalitions-Kandidaten Christian Wulff (CDU) unter Angabe einer Handy-Nummer erhalten. Wulff soll etwa 100 Wahlmännern und -frauen aus CDU/CSU und FDP Gespräche angeboten haben.

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