Bulgarischer Kleintransporter mit "Mängelliste in fast neuer Dimension"

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Faustgroße Löcher in der Karosserie und eine lange Liste weiterer Mängel - deshalb legte die Polizei am Donnerstag einen bulgarischen Kleintransporter still. 

Lüdenscheid - Das verschlug es selbst dem erfahrenen Sachverständigen des Tüv und seinen herbeigeeilten Kollegen die Sprache: Die Polizei präsentierte ihnen einen Kleintransporter, bei dem die Prüfer in kurzer Zeit gleich 64 schwerwiegende Mängel feststellten.

Die Beamten stoppten den Fiat mit bulgarischer Zulassung am Donnerstag gegen 12 Uhr auf der Altenaer Straße. 

Bei einer ersten Kontrolle fielen den Beamten laut Polizeibericht starke Korrosionsspuren am Fahrzeug auf. Ferner waren laute „Knarzgeräusche“ beim Drehen des Lenkrades zu hören. 

Die Seitenscheiben waren teilweise durch Folien ersetzt. Die Handbremse war komplett außer Funktion. Bei der Begutachtung des Unterbodens fanden die Polizisten außerdem größere Durchrostungen. Die Hecktür wurde nur durch ein gestrafftes Gummiseil gehalten. 

Eine Untersuchung beim Tüv wurde fällig. Dort listeten die Ingenieure 64 „Befundfeststellungen“ auf, wie die Polizei mitteilt. Die reichten von Mängeln der Bremse und Teilen der Fahrzeugelektronik bis hin zu einer eingeschränkten Funktion von mechanischen Aggregaten der Lenkung. 

„Das Ausmaß der Durchrostung jedoch erreichte fast eine neue Dimension.“ Unter einer dicken Schicht Spachtelmasse fanden sich zahlreiche faustgroße Löcher im Blech der Karosserie und des Unterbodens. Bei der Festigkeitsprüfung mit einem Hammer flossen ungefähr zwei Liter Wasser aus den Seitenschwellern und der Karosserie. 

Die Verantwortlichen erklärten den Wagen folgerichtig als verkehrsunsicher und legten ihn still, die Zulassung wurde eingezogen und die Kennzeichen sichergestellt. 

Sowohl die Halterin als auch den Fahrer, ein Mann aus Altena, erwartet ein Bußgeld in Höhe von bis zu 500 Euro und Punkte im Flensburger Bundeszentralregister.

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