Marktlücke orthopädische Hundebetten

Büro-Hund testet: Firma aus MK entwickelt extravagante Hunde-Betten

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Spencer, ein Weimaraner, ist einer der Hunde der Stellings und testet die Betten-Prototypen für das Lüdenscheider Unternehmen.

Lüdenscheid - Ein Mini-Sofa, eine Matratze, ein großes Kissen oder ein Bett mit Metallgestell. Diese extravaganten Hundebetten kommen aus Lüdenscheid.

Dabei sehen sie nicht nur beeindruckend aus, das Unternehmen „tierlando“ wirbt auch damit, dass die Betten für die Vierbeiner orthopädisch seien.

"Große Hunde haben oft Probleme mit den Gelenken, den Knochen und der Wirbelsäule. Durch Kundenanfragen haben wir gemerkt, wie groß der Bedarf ist. Wir haben uns hingesetzt und überlegt, wie unsere Idee umzusetzen ist und dazu auch mit Tierärzten gesprochen“, sagt der Marketing- und Vertriebsmanager Andreas Hofmann.

Die eigentliche Geschichte von „tierlando“ hat jedoch schon viel früher begonnen. Joanna und Dirk Stelling waren auf der Suche nach einem Bett für ihren Hund. Sie haben jedoch nichts gefunden – viel zu teuer, viel zu billig und nichts, was ihnen gefällt, lautete ihre Resonanz. Daher fragten sie eine Schneiderin aus ihrem Bekanntenkreis, ob sie ein Bett nach den Vorstellungen des Paares nähen könnte. Das Bett gefiel ihnen so gut, dass sie ein Foto davon machten und es auf dem Internet-Portal Ebay zum Verkauf anboten.

„Wir wollten wissen, wie groß die Nachfrage ist. Innerhalb einer Stunde war das Bett verkauft“, erinnert sich Inhaberin Joanna Stelling. Zehn Betten hatte das Ehepaar daraufhin produzieren lassen. Eins behielten sie für ihren Hund und die übrigen neun wurden verkauft. Auch diese gingen weg wie warme Semmeln. Es schien, als hätten die Lüdenscheider eine Marktlücke entdeckt.

Auch Balou (hier mit Mitarbeiter Mateusz Sojka), der zweite Hund der Stellings, testet gerne die Betten.

Das war vor zwölf Jahren. Die Stellings meldeten damals ein Nebengewerbe an, das jedoch schon innerhalb von einem Jahr zu einem Vollgewerbe wurde. Die Nachfrage nach den Hundebetten ist in dieser Zeit enorm gestiegen, das Angebot der Hundebetten-Anbieter jedoch auch.

Um sich weiterhin auf dem Markt behaupten zu können, änderte „tierlando“ sein Konzept. Aus einem einfachen Hundebett wurde ein Luxusbett, das gesundheitsschonend für große Hunde ist. Das ist die Hauptzielgruppe des Unternehmens. „Die Umstellung war ein Risiko, aber es wurde auf dem Markt gut angenommen“, sagt Geschäftsführer Dirk Stelling. „Die Kunden möchten oft, dass das Hundebett zur Wohnzimmereinrichtung passt, denn der Hund ist heutzutage ein Familienmitglied. Wir machen das möglich“, ergänzt Joanna Stilling.

Die Lösung für die orthopädischen Betten lautete Viscoschaum – ein Material, das nachgibt und sich anpasst. In den Hundebetten befindet sich wie in Betten für Menschen eine Matratze, nur eben viel kleiner und in das Hundebett eingepackt. Die unterste Schicht besteht aus Komfortschaumstoff, die mittlere aus dem Viskoschaumstoff und die oberste aus einer dünnen Schicht Watte. Neben dem Material ist für das Unternehmen auch wichtig, wie und wo die Produkte hergestellt werden. Während sich die Entwicklung und der Vertrieb in Lüdenscheid befinden, gibt es drei Schneidereien in ganz Europa. So sind in Lüdenscheid nur 15 bis 20 Mitarbeiter angestellt, in ganz Europa jedoch 100.

Joanna und Dirk Stelling zeigen, wie die Matratze im Hundebett aufgebaut ist.

Und auch die Kunden sind weit verbreitet, da sich „tierlando“ auf den Onlinehandel spezialisiert. Ein Ladenlokal gibt es nicht. Besonders groß sei die Nachfrage neben Deutschland in Österreich. Darüber hinaus gibt es Kunden in Italien und Frankreich sowie ein paar in Spanien, Dänemark, Niederlande und Finnland.

Und wer testet die Betten? Ein solches Unternehmen hat natürlich Bürohunde – die beiden Tiere von Joanna und Dirk Stelling. Und die sind geradezu perfekt, um die Prototypen für die Betten zu testen. Während Balou als Bolonka einer kleineren Rasse angehört, ist Spencer als Weimaraner das genaue Gegenteil. „Wenn wir merken, die beiden kommen nicht mehr aus dem Bett heraus, dann gefällt es ihnen gut. Das Gegenteil ist der Fall, wenn sie sofort wieder rausspringen oder sich erst gar nicht reinlegen wollen. Dann muss etwas geändert werden“, sagt Joanna Stelling.

Das Team von tierlando kümmert sich in Lüdenscheid um die Entwicklung und den Vertrieb der Hundebetten.

Da ihre eigenen Hunde so viele Betten jedoch nicht benötigen, behalten sie nicht alle Prototypen, sondern spenden sie später oft an Tierheime oder Bedürftige. Und auch der Stoff, aus dem die Betten hergestellt werden, wird vor einer Serienproduktion getestet. „Sie werden 40 Mal gewaschen und wir schauen uns an, was dadurch mit dem Stoff passiert“, berichtet Joanna Stelling. Wenn er nicht taugt, wird ein anderer verwendet. Um auch weiter auf dem Markt bestehen zu können, entwickelt das Team von „tierlando“ immer wieder neue Ideen, wie zum Beispiel ein Reisebett, das zusammengeklappt und eingepackt wird, wie ein Zelt. Das neueste Produkt ist ein Quick-Cover-Schonbezug, eine Art Spannbetttuch, um die Hundebetten vor Dreck zu schützen.

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