Bürgerschützen stinksauer auf die Stadt Lüdenscheid

LÜDENSCHEID – Während sich die Stadt freut, einen lukrativen Vertrag mit einem neuen Anbieter von Plakatwerbung abgeschlossen zu haben (die LN berichteten mehrfach), ist der Bürger-Schützen-Verein (BSV) stinksauer über die neuen Konditionen. Die Grünröcke von der Hohen Steinert haben eine Kostensteigerung von 124 Prozent errechnet. In einem offenen Brief beklagen sie sich bei Bürgermeister Dieter Dzewas und den Vorsitzenden der Ratsfraktionen.

BSV-Chef Rolf Linnepe rechnet vor, dass sein Verein bei dem alten Anbieter, der Firma Schnelle, durchschnittlich 67 Cent pro Schild und Tag bei Belegung von 500 Schildern in Lüdenscheid, dem Märkischen Kreis „sowie Hagen, Olpe Attendorn usw.“ bezahlt habe – bei einseitiger Belegung. Das nun vorliegende Angebot der Firma Mediateam Stadtservice aus Berlin liege bei 1,50 Euro pro Schild und Tag bei Belegung von 100 Schildern doppelseitig mit zwei Plakaten ausschließlich innerhalb Lüdenscheids. Dies entspreche einem Betrag von 3150 Euro plus Mehrwertsteuer für 21 Tage. Im vergangenen Jahr habe der BSV für 500 Plakate, davon 100 in Lüdenscheid, 5875,84 Euro plus Mehrwertsteuer bezahlt – bei 17 Tagen Belegungszeit.

Die doppelseitige Belegung der Schilder, so führt Rolf Linnepe aus, bringe keine wesentliche Steigerung der Werbewirkung, da die Rückseite dann ja jeweils auf der linken Straßenseite hänge.

Der BSV fragt in seinem offenen Brief: „Wer soll solche Kosten und Kostensteigerungen heute noch bezahlen? Unsere Einnahmen aus der Kirmes sind rückläufig.“ Weiter wollen die Schützen wissen, ob die Einnahmen der Stadt Lüdenscheid durch Vergabe an den neuen Anbieter auch um 124 Prozent gegenüber dem Vorjahr ansteigen werden.

Rolf Linnepe schließt: „Für uns als Bürger-Schützen-Verein sind solche Kostensteigerungen jedenfalls nicht tragbar, und wir werden uns Gedanken um andere Werbeformen machen müssen. Außerdem ist dies für uns wieder ein Beispiel dafür, dass Vereinen und Veranstaltern in Lüdenscheid weiterhin das Leben schwer gemacht wird, anstatt ihnen bei der Durchführung attraktiver Veranstaltungen helfend unter die Arme zu greifen.“

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