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Bürgermeister zur A45-Sperrung: Hoffen auf die Brücken-Sprengung

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Von: Thomas Machatzke

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Die beschädigte Talbrücke Rahmede auf der A45 bei Lüdenscheid (NRW) ist kaputt. Sie muss neu gebaut werden.
Die Probleme sind vielschichtig, aber auf eine Sprengung zu verzichten, „wäre ein Fiasko“, so Sebastian Wagenmeyer © Cedric Nougrigat

Den richtigen Ton treffen: In der Frage der A45-Sperrung ist das gar nicht so einfach dieser Tage. „Es ist ein schmaler Grat, wie man in der Kommunikation damit umgeht“, stellte Bürgermeister Sebastian Wagemeyer im Haupt- und Finanzausschuss am Montagnachmittag im Ratssaal fest.

Lüdenscheid – Ein gutes Beispiel ist die Phänomenta, die in Folge der Sperrung über einen eklatanten Besucher-Rückgang klagt. Gerade die Schulen, die mit Bussen anreisen, meiden die Fahrt in die Bergstadt. Übertrieben? Womöglich, doch es ist die Folge einer Botschaft, die andernorts ankommt.

Es ist heikel. In Berlin und Düsseldorf können die Nachrichten von der Lüdenscheider Not nicht drastisch genug sein, damit sich überhaupt etwas tut. „Andererseits dürfen wir nicht alle vergrätzen, die nach Lüdenscheid kommen wollen“, stellte Wagemeyer fest.

Es geht um Gäste, die den Handel beleben, auch um Fachkräfte, die in Lüdenscheider Firmen dringend gebraucht werden. Gerade dann, wenn sich in so mancher Berufssparte Pendler, die den Verkehr satt haben, von Lüdenscheid wegorientieren.

Dramatische Folgen für die Anwohner

Die Probleme sind so vielschichtig. Vor der nächsten Spitzenrunde, zu der die Autobahn-AG für den 31. Januar eingeladen hat, rückte Wagemeyer noch einmal mehrere Problemfelder in den Fokus: die dramatischen Folgen für die Anwohner, den Personal-Mehrbedarf für die Feuerwehr, den Wertverlust von Immobilien an den Umleitungsstrecken, auch die zu erwartenden kaputten Straßen. Der Lüdenscheider Bürgermeister ist hierzu im Austausch mit seinen Kollegen der Nachbarkommunen.

„Es muss jetzt auch um eine finanzielle Kompensation für die Betroffenen gehen.

Bürgermeister Sebastian Wagemeyer

„Es muss jetzt auch um eine finanzielle Kompensation für die Betroffenen gehen“, stellte Wagemeyer fest und wünscht sich vom Bund ein Signal, dass entsprechende Mittel zur Verfügung gestellt werden, ähnlich den Corona- oder Hochwasserhilfen.

Und dann kam er beim Thema Sprengung der Brücke doch zu drastischer Wortwahl. „Wenn die Experten nun zu dem Schluss kämen, dass es nicht möglich wäre zu sprengen – dann wäre das für die Stadt ein echtes Fiasko.“

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