Bürgermeister überreicht Einbürgerungsurkunden

Bürgermeister Dieter Dzewas überreichte im Ratssaal 15 Einbürgerungsurkunden an die Neubürger.

LÜDENSCHEID ▪ 15 Bürger und Bürgerinnen mit Migrationshintergrund, die größtenteils schon in Deutschland geboren wurden, erhielten am Samstag im Ratssaal ihre Einbürgerungsurkunden aus der Hand von Lüdenscheids Bürgermeister.

Dieter Dzewas betonte die große Bedeutung, die die Einwanderung für ein Land hat, in dem mehr Menschen sterben als neu geboren werden und erinnerte an die weiterhin stark negative Geburtenbilanz für Lüdenscheid: Etwa 800 Todesfällen stehen hier jährlich lediglich 600 Geburten gegenüber. Die Folge ist bekannt: Die Einwohnerzahl sinkt. „Das macht eine Stadt nicht attraktiver“, mahnte Dzewas. Er rechnete vor, dass die Umlagekosten für eine bestehende Infrastruktur bei sinkenden Einwohnerzahlen für jeden Einzelnen höhere Kosten bedeutet. Doch nicht nur deshalb betonte der Bürgermeister: „Ich freue mich über jeden, der über seine Einbürgerung deutlich macht, ‘Ich bekenne mich zu dieser Stadt’.“ Schon die vorhandenen Berufe machten deutlich, dass viele der bereits in Deutschland geborenen Kinder von Migranten bestens in den Arbeitsmarkt integriert sind oder sich noch in einer weiterführenden Schule befinden. So erhielten unter anderem ein Programmierer, ein Maschinen- und Anlagenführer, ein Verkaufsleiter und ein Spezialist für Münzmaschinen ihre Einbürgerungsurkunden. Die Jugendlichen besuchen die Gesamtschule oder das Berufskolleg, und besonders freute sich der Bürgermeister über jene, die technische Berufe anstreben. Ein Maschinenbaustudent hatte seine ganze Familie einschließlich seines Sohnes mitgebracht. „Die Kinder sind das Wichtigste, was wir hier in unserer Stadt haben“, blickte Dzewas noch einmal auf die problematische demographische Entwicklung. Und er rief die Neubürger auch zu politischer Teilhabe auf: „Ich hoffe, es ist nicht das letzte Mal, dass Sie in diesem Ratssaal sind!“

Empfänge für frisch eingebürgerte Migranten gab es schon seit längerem, doch am Samstag erhielten die Neubürger ihre Urkunden erstmals direkt aus der Hand des Bürgermeisters. „Wir wollten das etwas feierlicher gestalten“, sagte Anke Keller vom Bürgeramt, die zusammen mit ihrer Kollegin Tessa Rosenau die Verwaltungsvorgänge vor der Urkundenübergabe betreut. Keller nannte noch einmal die Anforderungen für die Einbürgerung: Ein achtjähriger rechtmäßiger Aufenthalt in Deutschland, das Bekenntnis zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung, ein unbefristetes Aufenthaltsrecht, ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache und Straffreiheit. Bagatelldelikte und Verurteilungen zu bis zu 90 Tagessätzen sind keine Hinderungsgründe. Viele der bereits in Lüdenscheid geborenen Neubürger hatten diese Anforderungen bereits durch den Schulbesuch bewältigt. Sie brauchten deshalb auch keinen Einbürgerungstest mehr bestehen. ▪ thk

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare