Bürgermeister besucht Hörbi-Treff

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Gehörlose, die ihren Beifall kundtun möchten, winken mit beiden Händen – das erfuhren Dieter Dzewas und Lothar Hellwig (im Hintergrund) bei ihrem Besuch beim Hörbi-Treff.

Lüdenscheid - Beifall muss nicht immer laut sein. Begeistertes Winken mit hocherhobenen Händen hat den gleichen Effekt – und ist auch für Gehörlose wahrnehmbar. Das erfuhren Lüdenscheids Bürgermeister Dieter Dzewas und Lothar Hellwig (SPD), Vorsitzender des Sozialausschusses im Stadtrat, bei ihrem Besuch des Hörbi-Treffs.

Beide nahmen am Samstag am Gruppentreffen teil, bei es unter anderem um das Telefonieren mit einem zwischengeschalteten Dolmetscher ging.

Der Hörbi-Treff-MK trifft sich jeweils am zweiten Samstag eines Monats ab 15 Uhr in der Selbsthilfe-Kontaktstelle Märkischer Kreis, Friedrichstraße 30. Weitere Informationen gibt es per E-Mail an hoerbi-treff-MK@HCIG.de 

Entstanden war die Idee, eine Selbsthilfegruppe zu besuchen, im Rahmen der Eröffnung der neuen Räume der Selbsthilfe-Kontaktstelle an der Friedrichstraße. Bei der bloßen Besichtigung mit offiziellen Reden, erfahre man wenig über die eigentliche Arbeit, deshalb hätten Dzewas und Hellwig darum gebeten, auch einmal zu einem Gruppentreffen zu kommen, erläuterte der Bürgermeister.

Katrin Stange und Andreas Beschoner, die den Hörbi-Treff vor rund zwei Jahren mit Unterstützung von Andreas Teschner von der Kontaktstelle gegründet hatten, freuten sich über die Gelegenheit, auf die Anliegen von Schwerhörigen und Gehörlosen in der Stadt aufmerksam zu machen. Auch das gehöre zur Inklusion, meinten Dzewas und Hellwig. „Wir brauchen Öffentlichkeit“, sagten Beschoner und Stange, nicht zuletzt, damit Hörende wissen, dass sie jemanden, der sie nicht hören kann, ansehen und langsam sprechen müssen.

Außerdem sagten Dzewas und Hellwig ihre Unterstützung zu, um die Summe aufzubringen, die die Gruppe als Eigenanteil benötigt, um eine Induktionsschleife anzuschaffen. Diese erleichtert es Personen mit Hörgerät oder Cochlea-Implantat, in einer Gruppe zu kommunizieren, weil die Nebengeräusche ausgeblendet werden. Der Gruppen fehlen 400 Euro Eigenanteil. Der Hörbi-Treff ist offen für Schwerhörige oder Gehörlose aus dem Märkischen Kreis und deren Angehörige. Er dient sowohl dem Informations- und Erfahrungsaustausch, als auch der Geselligkeit. Denn für Gehörlose und Schwerhörige sei ein Leben nur mit Hörenden sehr anstrengend, betonte Katrin Stange, die selbst gehörlos ist. - gör

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