Bürgerinitiative gegen Neubaupläne von VW Piepenstock

"Oedenthal retten, Flächenfraß stoppen"

Das Oedenthal soll nicht bebaut werden. 

Lüdenscheid - „Oedenthal retten, Flächenfraß stoppen“ – so lautet das Motto der Bürgerinitiative, die den Neubau des VW-Autohauses Piepenstock im Oedenthal verhindern will.

Im Parteibüro von Bündnis 90/Die Grünen an der Herzogstraße hatten sich am Montagabend erneut gut 30 Gegner der möglichen Bebauung versammelt. Die Grünen hatten vor einer Woche zu einer einer Informationsveranstaltung eingeladen, aus der heraus beim zweiten Treffen das weitere Vorgehen besprochen wurde, um ein erfolgreiches Bürgerbegehren gegen die Pläne auf die Beine zu stellen.

Aber nicht nur die Grünen wollen das Ziel angehen, sondern auch weitere Partner. „Wir wollen den Naturschutzbund, den BUND und den Umweltausschuss sowie weitere Interessierte als Partner mit ins Boot nehmen. Ansprechpartner für die Bürgerinitiative wird Enno Günningmann von der Naturwissenschaftlichen Vereinigung Lüdenscheid sein, der über viel Fachwissen verfügt“, erklärte im Anschluss an die Sitzung, an der auch Anwohner der Ortschaft Hulsberg teilnahmen, Grünen-Fraktionssprecher Otto Bodenheimer.

Die Gegner der Bebauungspläne, die Ende April im Ausschuss für Stadtplanung und Umwelt vorgestellt worden waren, befürchten, dass – käme es zu dem Neubau – dies der Türöffner für weitere Bauvorhaben im Oedenthal wäre und das Tal unwiderruflich seinen Charakter verlöre.

„Gutachten aus der 80er Jahren zeigen, dass es sich bei dem Tal um eine ökologisch wertvolle Fläche handelt“, sagte Bodenheimer. Auch die Waldfläche zwischen dem Heerwieser Kopf hinter dem Tüv, der an die landwirtschaftliche Fläche an der Heedfelder Straße/Oedenthaler Straße grenzt, müsse erhalten bleiben. 

Um die Ziele zu erreichen, sollen unter anderem Arbeitsgruppen gebildet und Unterschriftenlisten erstellt werden. Auch ein Kampagnezeitplan müsse angefertigt werden. 

Bisher habe man nicht in Erfahrung bringen können, wann dem Rat ein Neubau-Beschluss vorliege. Denn sollte der Beschluss mehrheitlich gefasst werden, blieben der Bürgerinitiative ab dann noch sechs Wochen Zeit, um die erforderlichen 4500 Unterschriften für ein Bürgerbegehren zusammenzubekommen.

 „Wir wollen nicht, dass VW die Stadtplanung in Lüdenscheid bestimmt“, betonte Bodenheimer und appellierte an Verwaltung und Politik, mehr Selbstbewusstsein zu zeigen. „Ein schlechtes Gewissen gegenüber Dr. Piepenstock, weil er das gewünschte Gelände an der Wiesenstraße nicht bekommen hat, darf nicht das weitere Handeln bestimmen. Wohlgemerkt: Wir wollen Piepenstock nicht verhindern. Aber im Oedenthal soll er nicht bauen dürfen.“

Die Bürgerinitiative ist per E-Mail unter prooedenthal@gmail.com erreichbar.

Lange Suche nach einem neuen Grundstück

Schon mehrere Jahre sucht Dr. Michael Piepenstock, Geschäftsführer des VW-Autohauses an der Lutherstraße, aus Kapazitätsgründen einen neuen Standort. Um so froher war er, als er Ende Oktober 2017 mit dem Novelis-Grundstück an der Wiesenstraße ein für ihn bestens geeignetes Grundstück in zentraler Lage gefunden hatte. 

„Ich bin stolz und glücklich“, sagte er, nachdem er den Kaufvertrag unterschrieben hatte. Mitte Dezember 2017 entschied der Rat, die rund 16 000 Quadratmeter große Fläche an der Wiesenstraße für den Neubau der Feuer- und Rettungswache zu nutzen und sie nicht Dr. Piepenstock zu überlassen.

Die Stadt griff auf ihr Vorkaufsrecht zurück, das ihm bekannt war. Piepenstock reagierte enttäuscht und warf der Stadt „Enteignung“ vor. Der Rat versprach ihm nach der Entscheidung, bei der Suche nach einem Areal für den Neubau behilflich zu sein, um den in vierter Generation geführten Betrieb mit gut 80 Arbeitsplätzen zu unterstützen. In der April-Sitzung des Ausschusses für Stadtplanung und Umwelt wurden von einem Architekten die Pläne für den Neubau des VW-Autohauses im Oedenthal vorgestellt.

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