Bürger diskutieren über Endausbau von Straßen

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Nachdem die erste Bürgerversammlung abgebrochen werden musste, holten die Bürger aus Brügge am Mittwoch ihren Gesprächsbedarf nach.

Lüdenscheid - Seit der ersten, wegen technischer Probleme in der Brügger Vereinshalle abgebrochenen Bürgerversammlung zum Endausbau der Straßen Am Kamp und Weidengrund in Brügge, hat es bereits viele Einzelgespräche mit betroffenen Anwohnern gegeben, betonte Fachbereichsleiter Dieter Rotter.

Dennoch gab es bei der erneut angesetzten Bürgerversammlung am Mittwochabend – diesmal im Ratssaal – viel Diskussionsbedarf. Rund 80 Anwohner wollten Details der Planungen erfahren, die Christian Kitta vom zuständigen Planungsbüro und Mitarbeiter der beteiligten Verwaltungsabteilungen erläuterten.

Der Unmut der Bürger war spürbar, dass ihnen diese Maßnahme und die damit verbundenen Kosten aufgezwungen würden, „ohne dass wir uns dagegen wehren können“, wie zu hören war. Wie oft in solchen Fällen, fällt es den Anliegern schwer, nachzuvollziehen, dass für seit Jahrzehnten genutzte Straßen jetzt erst der Endausbau ansteht. Die Diskussion war entsprechend emotional, drehte sich aber vor allem um sachliche Themen.

So sollen sich die Planer überlegen, wie Kosten gesenkt werden können, war eine Forderung. Auf den Prüfstand sollen die geplante Abschaffung der Rechts-vor-links-Regeln an den Einmündungen des Weidengrundes und der Straße Am Gehäge zur Straße Am Kamp sowie die Kurvenführung im weiteren Verlauf. Grünflächen zur Begrenzung der alternierenden Verkehrsführung und einen Gehweg halten die Anwohner für überflüssig. „Den würde niemand benutzen“, merkten einige an. Aber Planer Kitta gab zu bedenken, dass dann die Fahrbahn breiter würde, was höhere Kosten verursachen würde. Auch die Position der Parkflächen wurde angesprochen.

Nach vorläufigen Schätzungen werden für die Straße Am Kamp 625 000 Euro veranschlagt, von denen 520 000 Euro auf die Anlieger umgelegt würden. Für den Weidengrund werden die Baukosten auf 390 000 Euro geschätzt, wovon 325 000 Euro auf die Anwohner entfallen würden. Genauere Summen können erst nach der Ausschreibung genannt werden, die – entsprechende Ratsbeschlüsse vorausgesetzt – im Sommer erfolgen soll. Endgültig abgerechnet wird nach der Baumaßnahme. Insgesamt gebe es in Lüdenscheid etwa 600 Straßen, von denen 50 bis 60 als Baustraßen gelten, für die der Endausbau, der laut Gesetz zu 90 Prozent auf die Anlieger umgelegt wird, noch aussteht, erklärte Rotter. - Von Bettina Görlitzer

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