Bühnenmäuse des CVJM ziehen Bilanz

Trotz der Pandemie: Mehr als 40.000 Euro für Sierra Leone 

Die Bühnenmäuse spielten mit  „O sole mio“ einschließlich Spenden mehr als 40 000 Euro ein.
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Die Bühnenmäuse spielten mit „O sole mio“ einschließlich Spenden mehr als 40 000 Euro ein.

Ziemlich genau 15 Monate ist es her, seit die Bühnenmäuse zum letzten Mal auftreten konnten. Was folgte, sagt Spielleiter Frank Gerhardt, „waren Frust, Enttäuschung, zwischendurch auch mal Hoffnung, aber vor allem die längste Pause, die es in der Geschichte der Bühnenmäuse bisher gegeben hat.“

Lüdenscheid – Um so dankbarer, überwältigt und unglaublich stolz sind die Laienschauspieler, dass trotz aller Schwierigkeiten noch eine Spendensumme in Höhe von 42 500 Euro für Sierra Leone zusammengekommen sind. Für diese Hilfsbereitschaft bedanken sich die Bühnenmäuse von ganzen Herzen bei allen, die zu dieser tollen Summe beigetragen haben.

Natürlich habe man zwischendurch auch Kontakt untereinander gehabt, aber in großer Runde sei kein Treffen möglich gewesen, so Gerhardt. Einen ersten Schritt zurück zur Normalität machten die Bühnenmäuse nun in einem Online-Meeting: „Die Freude über das Wiedersehen in so großer Runde war, auch wenn es nur digital war, dementsprechend bei allen groß.

Auch Christian Kamara, der Generalsekretär des YMCA Sierra Leone, war dem Meeting zugeschaltet und konnte so den übrigen Teilnehmern einen kurzen Bericht über die aktuelle Situation in Sierra Leone präsentieren.“ Es wurde deutlich, dass auch dort Corona ein Ernst zu nehmendes Problem darstellt, durch das viele Menschen in eine finanzielle Notlage geraten sind.

Ein weiterer Programmpunkt war dann die Bekanntgabe der endgültigen Spendensumme. Der ausverkauften Premiere von „O sole mio“ Sondergastspiel im Kulturhaus folgten noch 18 Vorstellungen an der Mathildenstraße und dann das vorzeitige Spielzeit-Ende. Die Einnahmen der Premiere waren für die Stiftung des CVJM-Lüdenscheid-West bestimmt: 9100 Euro kamen zusammen. Die Einnahmen aus den Folge-Vorstellungen waren wie üblich wieder für den YMCA Sierra Leone vorgesehen.

12 Aufführungen fielen ersatzlos aus. Eigentlich hätte die Spendensumme deutlich geringer ausfallen müssen. Gerhardt: „Aber hier zeigte sich dann, was für tolle Zuschauer und Freunde die Bühnenmäuse im Laufe der Jahre gewinnen konnten, denen die Arbeit der Bühnenmäuse und ihr Projekt in Sierra Leone auch sehr am Herzen liegen. Ganz viele Zuschauer, die bereits Karten gekauft hatten, verzichteten auf eine Rückzahlung des Eintrittsgeldes und spendeten oder behielten die Karten für einen Umtausch in der nächsten Saison.“ Dazu kamen noch eine ganze Reihe von großzügigen Spenden von Menschen, die auch in dieser theaterfreien Zeit das Projekt der Bühnenmäuse weiter unterstützen wollten. Am Ende die Überraschung: 42 5000 Euro können überwiesen werden.

Regina  Voß-Passow und Frank Gerhardt als Gianna und Carlo Heitmann in der Premiere des CVJM-Bühnenmäuse „O sole mio“.

Ein Satz blieb Frank Gerhardt dabei besonders in Erinnerung: „Es ist doch selbstverständlich, dass wir Euch unterstützen. Wir haben in den letzten Jahren so viele schöne Momente bei Euch beim Theater erlebt. Jetzt ist es an der Zeit, Euch mal ein bisschen was dafür zurückgeben zu dürfen“.

Der Blick in die Zukunft war beim Online-Meeting ebenfalls Thema. Hier ist Geduld das Gebot der Stunde. Auch wenn die Bühnenmäuse lieber heute als morgen wieder starten würden und sich die aktuelle Situation derzeit positiv entwickelt, war man sich einig, dass die Premiere eines neuen Stückes noch in 2021 utopisch sein wird.

Aktuell ruht der Betrieb im Jugendheim noch komplett, und es ist noch nicht absehbar, wann was wieder möglich sein wird.

Frank Gerhard

Gerhardt: „Aktuell ruht der Betrieb im Jugendheim noch komplett, und es ist noch nicht absehbar, wann was wieder möglich sein wird. Und selbst wenn wir dann irgendwann wieder loslegen können, läuft uns für eine Premiere in 2021 einfach die Zeit weg. Hinzu kommt, dass es vermutlich sogar noch etwas länger dauern wird, bis man in unseren Räumlichkeiten wieder vor einer wirtschaftlich sinnvollen Zuschauerzahl spielen darf. Und auch für unsere eigenen Leute möchten wir natürlich das Risiko möglichst minimieren.“

Deshalb gehen die Bühnenmäuse bei ihren Planungen davon aus, dass man erst 2022 wieder mit einem neuen Stück durchstarten kann. Hier will man sich aber noch alle Türen offen halten und sich noch nicht auf einen Termin festlegen. Die weitere Entwicklung soll noch abgewartet werden: „Wir pausieren so lange wie nötig und starten so früh wie möglich!“ rudi

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