Bücherei liegt personell am oberen Limit

LÜDENSCHEID ▪ Es gibt keine Alternativen zum Personalabbau in der Stadtbücherei – zu diesem Ergebnis kommen zumindest die Mitarbeiter des Amtes für Organisation und IT.

Im „Organisationsbericht Stadtbücherei“ (wir berichteten) heißt es: „Ohne eine deutliche Reduktion der Kostenseite wird der Fortbestand der Bücherei jedoch in Gänze gefährdet.“

Unter anderem haben die Verfasser die Stadtbücherei mit 44 Bibliotheken ähnlicher Größenordnung verglichen. Dabei sei deutlich geworden, dass die Einrichtung in der Bergstadt hinsichtlich der personellen Besetzung am oberen Limit der Vergleichsbibliotheken liegt. In Lüdenscheid sind demnach rund doppelt so viele Mitarbeiter wie im Durchschnitt der vergleichbaren Einrichtungen beschäftigt. Dagegen liege die Stadtbücherei bezüglich der Jahresöffnungsstunden pro Mitarbeiter an drittletzter Stelle. Gemessen am interkommunalen Vergleich stünden Personalabmessung und Jahresöffnungsstunden folglich in einem deutlichen Missverhältnis zueinander.

Die Besucherzahlen bewegen sich laut Organisationsbericht auf einem hohen Niveau (Platz 6 im Gesamtvergleich). Die Zahl der aktiven Nutzer – der Entleiher – falle dagegen deutlich ab (Platz 12). Nach Ansicht der Verfasser resultieren die relativ hohen Besucherzahlen auch aus dem vergleichsweise sehr guten Angebot von Internet- und PC-Arbeitsplätzen.

In ihrem Sollkonzept „Reduzierter Service bei gesteigerter Attraktivität“ schlägt die Verwaltung – wie berichtet – zum einen vor, künftig nur noch eine „Zentrale Information“ als Anlaufstelle vorzuhalten. Im Gegenzug müssten aber weitere Selbstauskunftplätze (OPAC-Plätze) eingerichtet werden. Wichtig sei zudem, diese Plätze durch Hinweisschilder gut sichtbar zu kennzeichnen.

Einer der positiven Aspekte des Sollkonzeptes, das auch eine Aufstockung des Medienetats vorsieht, sei folglich ein zukünftig deutlich attraktiveres Medienangebot. Dieses wiederum könne in Verbindung mit der Verringerung der Personalkosten zu einer spürbaren Steigerung der Wirtschaftlichkeit der Stadtbücherei führen.

Mögliche negative Effekte könnten laut Organisationsbericht längere Wartezeiten sowohl an der „Zentralen Information“ als auch an der Verbuchungsstheke sein. Auch würden sich bei dünnerer Personaldecke Diebstähle und Vandalismus nicht generell ausschließen lassen. - cwi

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare