Städtischer Eigenanteil mindestens 4,4 Millionen Euro

Budget schon aufgebraucht: So teuer wird der Altstadt-Umbau

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Die Lüdenscheider Altstadt bei Nacht: Hier sollen in den nächsten Jahren mehr als 22 Millionen Euro investiert werden.

Lüdenscheid – Die Stadt Lüdenscheid will ihre Altstadt umbauen, das meiste Geld dafür kommt allerdings vom Land NRW. Es trägt 80 Prozent der Gesamtkosten, die Stadt muss einen Eigenanteil von nur 20 Prozent beisteuern. Das Land sieht nun das Ende der Fahnenstange erreicht. Jede Änderung des Budgets für das Intergrierte Handlungskonzept Altstadt muss beantragt und vom Fördermittelgeber genehmigt werden.

Nach einer Reihe von Kostensteigerungen in den vergangenen Wochen und Monaten hat das Land nun reagiert und die finanzielle Unterstützung für Lüdenscheid gedeckelt. Mit anderen Worten: Mehr Geld gibt es nicht. 

Jede neue Ausgabe geht künftig zu 100 Prozent zu Lasten der Stadtkasse. Mittlerweile hat das Gesamtbudget die Grenze von 22 Millionen Euro überschritten. Der städtische Eigenanteil beträgt mindestens 4,4 Millionen Euro. 

Die jüngsten Kostensteigerungen betrafen unter anderem den Neubau der Musikschule am Staberg. Er wird nun mindestens 7,1 Millionen Euro kosten. Mit der Auflösung einer Erbschaft in Höhe von 230 000 Euro versucht die Stadtverwaltung den Bau zu realisieren, nachdem der Fördermittelgeber dem Lüdenscheider Antrag nicht vollumfänglich gefolgt war. Der Stadtrat muss noch zustimmen. 

Laut Planung soll die neue Musikschule in den Osterferien 2022 bezogen werden. Dieses Datum ist wichtig, denn erst dann können die Musikschüler ihre bisherige Lernstätte in der Alten Post an der Altenaer Straße räumen. Das historische Gebäude soll Teilstandort der Volkshochschule werden und muss dafür barrierearm umgebaut und energetisch saniert werden. Ursprünglich sollte die Sanierung bereits 2021 abgeschlossen sein, nun ist die Maßnahme frühestens 2023 fertig. 

Auch das geht ins Geld. Die berücksichtigte Baupreissteigerung ist schon in diesem Jahr aufgezehrt. Bis 2023 werden nach Berechnungen der Stadt zusätzliche 500 000 Euro benötigt. Das Land NRW übernimmt 400 000 Euro, 100 000 Euro steuert die Stadt bei. Die Baukosten steigen damit von 2,4 auf 2,9 Millionen Euro. 

Auch beim Umbau und der energetischen Sanierung des Alten Rathauses (heute VHS) sind Kostensteigerungen zu erwarten, heißt es in einer Vorlage für die Sitzung des Stadtplanungsausschusses am Mittwoch. Sie fallen mit 77 500 Euro moderat aus. Für die Maßnahme sind nun 1,44 Millionen Euro angesetzt. Allerdings hat das Land NRW eine beantragte Förderung zur Digitalisierung der Gebäude abgelehnt. Hier will die Stadt nun auf eigene Kosten 192 000 Euro in die EDV-Seminarräume investieren, wenn sich nicht noch ein anderer Fördertopf findet. 

In Summe steigen die Kosten für die Hochbaumaßnahmen um 927 500 Euro – der städtische Eigenanteil beträgt dabei 385 500 Euro. Für die Tiefbaumaßnahmen zur Neugestaltung der öffentlichen Räume in der Altstadt hatte die Stadt bereits im Sommer 550 000 Euro Eigenanteil zusätzlich locker gemacht. 2,2 Millionen Euro hatte das Land übernommen.

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