Bubble Tea: Umstrittenes Modegetränk

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In Lüdenscheid verkauft Kien Lee seit einigen Tagen Bubble Tea. ▪

LÜDENSCHEID ▪ In Berlin und einigen anderen deutschen Großstädten hat sich Bubble Tea längst als Kultgetränk etabliert, nun soll es in Deutschland flächendeckend der neue Hit unter Jugendlichen werden.

Auch in Lüdenscheid: Die hiesige Filiale der Bubble-Tea-Kette „Tea One“ erfreut sich nach Angaben der Betreiber großer Beliebtheit bei jungen Menschen – obwohl das Getränk heftig umstritten ist.

„Bubble Tea ist definitiv der neue Trend unter Jugendlichen“, sagt Kien Lee. Und er muss es wissen: Der 36 Jahre alte Geschäftsführer der Lüdenscheider Filiale hat nach eigenen Angaben die Entwicklung des asiatischen Kultgetränks auf dem deutschen Markt genau verfolgt in den letzten Jahren. Über 70 Filialen hat „Tea One“ mittlerweile in Deutschland eröffnet. „Und die laufen alle richtig gut“, sagt Lee, der sich bereits über die ersten Stammkunden freut.

In seinem Geschäft haben Kunden die Qual der Wahl: Milchshakes, Teegetränke, Joghurt oder Tee mit Milch in zahlreichen Geschmacksvarianten – von Kiwi über Maracuja und Erdbeere bis hin zu Kokosnuss – stehen zur Auswahl. Verfeinert werden alle Getränke mit zerstoßenem Eis und wahlweise mit so genannten Poppings oder Tapiocas: Bunten, mit Fruchtsirup gefüllten Kügelchen aus Gelee, die zerkaut werden.

„Mir ist bekannt, dass Jugendliche darauf abfahren“, sagt Gesundheitsberaterin Brigitte Langer. Verständnis dafür kann sie allerdings nicht aufbringen. „Bubble Tea ist ein potentieller Dickmacher, weil er Unmengen an Zucker enthält. Das ist ungesund, weil Zucker dem Körper Nährstoffe entzieht. Fehlen diese, kann der Zucker nicht abgebaut werden und wird zu Fett“, so Langer. Laut stern.de können 0,2 Liter des Getränks bis zu 500 Kalorien enthalten.

„Ja, die Getränke sind sehr süß“, gibt Lee unumwunden zu. Der 36-Jährige und seine beiden Mitarbeiter bieten Kunden auf Nachfrage allerdings an, die Menge an Zucker zu reduzieren. „Allerdings wirkt sich das auf den Geschmack aus, weil wir die Getränke nach einer bestimmten Rezeptur zusammenstellen“, sagt Lee.

Weitere Kritikpunkte an der süßen Kalorienbombe: die Vielzahl synthetischer, also künstlicher Farbstoffe und Aromen. „Die genauen Inhaltsstoffe könnten Untersuchungen zufolge gesundheitsschädlich sein“, sagt Brigitte Langer. Zudem könnten die Geleekügelchen zum Ersticken führen, wenn sie durch die extra breiten Strohhalme gesaugt werden und versehentlich in die Luftröhre gelangen. Insbesondere Kleinkinder seien gefährdet, bemängeln Kritiker.

Bei „Tea One“ weist ein großes Schild an der Kasse darauf hin, dass das Kultgetränk nicht für Kinder unter fünf Jahren geeignet ist. „Wir weisen Kunden mit kleinen Kindern auch selbst darauf hin“, erklärt Lee. Die in den Bubble Teas enthaltenen Farbstoffe sind auf den Preistafeln einzusehen. „Und wer Fragen hat, kann uns jederzeit ansprechen“, sagt Lee, der hofft, den neuen Hit auch älteren Menschen schmackhaft machen zu können. ▪ Sven Prillwitz

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