Brüninghausener müssen noch länger auf schnelles Internet warten

BRÜNINGHAUSEN - Die Einwohner in Brüninghausen werden womöglich länger auf schnelle Internetverbindungen warten müssen als ohnehin befürchtet. Der Grund: Die Telekom will die lange ausverhandelten Dienstleistungsverträge dazu wegen abgelaufener Fristen nicht mehr unterschreiben – und die Kontrakte neu verhandeln.

In einem Brief bat Bürgermeister Dieter Dzewas die Telekom jetzt „dringend, ihre Vorgehensweise im Sinne der betroffenen Bürger in Brüninghausen noch einmal zu überdenken“.

Daran, dass Brüninghausen eine bessere Breitbandversorgung erhalten soll, arbeitet die Stadt Lüdenscheid nach eigenen Angaben schon länger. Denn auch dem Rathaus ist klar, dass das Fehlen einer schnellen Internetverbindung für mögliche Zuzügler in Außenbereichen ein echtes K.o.-Kriterium sein kann: Nicht nur Makler wissen, dass immer mehr Bau-, Kauf- oder Mietinteressenten ganz schnell abwinken, wenn für ihr Baugebiet keine schnelle Leitung in absehbarer Zeit zur Verfügung steht.

Für Brüninghausen schien in dieser Hinsicht inzwischen alles klar zu sein: Auch der Bewilligungsbescheid der Bezirksregierung Arnsberg für eine 90-prozentige Förderung der „Wirtschaftlichkeitslücke“ liegt inzwischen im Rathaus vor. „Das ist der höchstmögliche Fördersatz, und den hätte ich als Bürgermeister einer Nothaushaltsstadt natürlich gern auch weiterhin“, erklärte Dzewas gestern auf LN-Nachfrage.

Die Lüdenscheider Verwaltung hatte denn auch längst ihre Unterschriften unter die Verträge mit der Telekom zum Ausbau der Infrastruktur gesetzt. Doch dann überraschte deren zentrale Vertragsabteilung im schleswig-holsteinischen Heide die Stadt mit der Nachricht, dass sie diese Verträge nicht mehr gegenzeichnen werde.

Die Begründung: Die Bindefrist ihres Angebots vom Ende letzten Jahres sei ausgelaufen. Jetzt will die Kommunikationsbehörde den Breitband-Ausbau neu berechnen und der Stadt dann ein aktualisiertes Angebot unterbreiten. Damit aber könnten sich sowohl die Preis- als auch die Förderfrage neu stellen.

In seinem Schreiben an das Unternehmen machte Dieter Dzewas denn auch deutlich, dass diese Vorgehensweise aus seiner Sicht „in keiner Weise nachvollziehbar“ ist. Denn zum einen liege die Überschreitung der offiziellen Bindefrist nicht in der Verantwortung der Stadt: Die Verwaltung habe mit dem Regierungspräsidium in Arnsberg im Vorfeld viele Fragen klären müssen, sagte der Bürgermeister gestern. Dass darüber die Bindefrist hinwegging, sei von keiner Seite beabsichtigt gewesen. Und: Noch Mitte Oktober sei von den zuständigen Ansprechpartnern der Telekom „in Kenntnis der Faktenlage“ die Umsetzung der Maßnahme zugesichert worden.

Die Stadt Lüdenscheid wolle ihrerseits auch weiterhin an dem Ziel festgehalten, die Breitbandversorgung zu verbessern.

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