Landeskirche wird aktiv

Brügger Missbrauchsfall: Disziplinarverfahren gegen ehemalige Pfarrer

Missbrauch Opfer
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Symbolbild

Der Missbrauchsskandal in der Jungenschaft Lösenbach der Evangelischen Kirchengemeinde Brügge wird möglicherweise ein juristisches Nachspiel haben. Die Evangelische Kirche von Westfalen mit Sitz in Bielefeld hat jetzt ein Disziplinarverfahren gegen zwei ehemalige Pfarrer der Brügger Gemeinde eingeleitet. Das teilte die Pressesprecherin Landeskirche, Andrea Rose, am Montag mit.

Lüdenscheid - In dem Verfahren geht es demnach um die „Klärung der Vorwürfe, die beiden Theologen hätten Hinweise zu den sexuellen Übergriffen eines ehrenamtlichen Jugendmitarbeiters gegenüber Jugendlichen bekommen und seien diesen nicht nachgegangen“. Die Vorfälle erstreckten sich nach derzeitigem Kenntnisstand über einen Zeitraum von rund 30 Jahren.

Betroffen waren ausnahmslos Jungen im Alter zwischen zwölf und 15 Jahren. Der Jugendbetreuer, der auch für den CVJM Lüdenscheid-West tätig war, hat nach Bekanntwerden des polizeilichen Ermittlungsverfahrens im August vergangenen Jahres Selbstmord begangen.

Ende Februar hatte der Evangelische Kirchenkreis ein Schreiben veröffentlicht, in dem das Presbyterium der Gemeinde die Opfer um Verzeihung für das „Versagen der Verantwortlichen der Gemeinde“ bittet – „auch wenn das Leitungsgremium weiß, dass diese schrecklichen Vorkommnisse nicht wiedergutzumachen sind“.

Laut Mitteilung der Landeskirche gehen die kircheninternen Untersuchungen in der Kirchengemeinde, im Kirchenkreis und in der Landeskirche weiter. „Da Pfarrerinnen und Pfarrer der Dienstaufsicht der Landeskirche unterliegen, hat diese auch die beiden Disziplinarverfahren eingeleitet“, so Andrea Rose. Bis die Vorwürfe gegen die ehemaligen Pfarrer geklärt sind, gelte die Unschuldsvermutung.

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