Hilfsdienst beim Einkaufen

Brügger Front gegen das Coronavirus und die Folgen

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Wollen sich im Kampf gegen Corona verbünden: die Brüggerin Elvira Jimenez sowie Kevin Schmidt und Heidi Skorupa (von links) vom Roten Kreuz an der Volme.

Lüdenscheid - Elvira Jimenez liegt das Helfen offenbar im Blut. Das hat sie kürzlich mit einem Facebook-Aufruf wohl bewiesen. Bei dem ging es darum, in Corona-Zeiten Bürger für einen Hilfsdienst zugunsten von Senioren und Menschen in Quarantäne zu gewinnen.

Nach wenigen Tagen zeigt sich nun: Für eine Einzelperson ist die organisatorische Aufgabe zu groß. Und eine anerkannte Organisation an der Seite zu haben, kann für den Erfolg entscheidend sein.

Vor diesem Hintergrund hat sich Jimenez nun mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) in Brügge zusammengetan. Soll heißen: Jimenez bleibt zentrale Impulsgeberin der Initiative, telefonische Anlaufstelle für den ersten Kontakt interessierter Bürger ist künftig aber das Brügger DRK – was der Aktion auch einen offiziellen Charakter verleiht. So äußerten sich im Gespräch mit unserer Zeitung Elvira Jimenez selbst sowie der Brügger Rotkreuzleiter Kevin Schmidt und seine Mitstreiterin Heidi Skorupa.

Die Worte von Schmidt: „Wir wollen Helfer und Menschen, die Hilfe suchen, zusammenbringen. Damit möchten wir Strukturen schaffen, aus denen sich ein Netzwerk entwickeln könnte.“ Konkret soll das laut Schmidt, Skorupa und Jimenez so aussehen:

Als Helfer kommen engagierte Bürger ab der Volljährigkeit in Betracht. Zielgruppe der Hilfe sind Personen, denen Quarantäne verordnet ist oder die als Ältere beziehungsweise Vorerkrankte zur Corona-Risikogruppe gehören und deshalb ihre Wohnung momentan nicht verlassen dürfen oder sollten. Die angebotenen Dienstleistungen erstrecken sich auf den Einkauf von Lebensmitteln und Hygieneartikeln, auf das Besorgen von Medikamenten und auf Gassi-Gänge mit dem Hund. „Keinesfalls geht es aber um eine Kinderbetreuung“, stellt Kevin Schmidt klar.“ Ausreichender Abstand zwischen Helfern und Versorgten und eventuell auch das Tragen von Schutzhandschuhen sollen für die nötige Sicherheit sorgen.

Wichtig noch: Das Rote Kreuz registriert zwar die Helfer und vermittelt die Rufnummern zwischen den Parteien, nimmt selbst aber keine Lebensmittel- und Medikamenten-Bestellungen an und regelt auch die eigentlichen Abläufe nicht. „Das machen Helfer und Hilfesuchende alles untereinander am Telefon aus“, weiß Schmidt.

Für Bürger, die sich für die Inanspruchnahme des Dienstes entscheiden, entstehen außer dem Geld für die Einkäufe keine weiteren Kosten – die Helfer arbeiten ehrenamtlich. Und die Offerte – sie beschränkt sich übrigens nicht auf Brügge, sondern ist grundsätzlich auch für andere Städte und Gemeinden im Kreis gedacht – soll auch im Falle einer Ausgangssperre gelten, betont Skorupa: „Es geht ja um die Grundversorgung der Menschen.“

Und was war der Antrieb für Elvira Jimenez, die Aktion ins Leben zu rufen? Die Antwort der 48-Jährigen: „Ich bin Christin. Das ist meine Motivation. Ich will denen helfen, die jetzt am Rand stehen.“

Kontaktaufnahme:Potenzielle Helfer müssen sich zunächst beim DRK Brügge melden – unter der Telefonnummer 0 23 51/7 94 89 oder der Mail-Adresse hilfe@drk-bruegge.de. Das sind auch die Kontakte, an die sich Menschen wenden sollen, die Hilfe benötigen. Bei dem Telefonat vereinbaren die Helfer dann einen persönlichen Termin beim DRK Brügge, wo sie ein Formular ausfüllen und sich registrieren lassen. Das soll auch Schutz vor Betrügern bieten.

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