Gestaltung des Bahnhofs

Brügge: Warten auf die Bahn

Der Bahnhofsplatz verändert sein Gesicht komplett.

Lüdenscheid - „Es wird nichts mehr aussehen, wie es jetzt aussieht.“ Darauf legt sich Lars Bursian, Leiter des Fachdienstes Bauleitplanung und Verkehr, mit Blick auf den Brügger Bahnhof fest.

Die Grundlagenarbeit wie beispielsweise die nötigen Vermessungen seien erledigt. Im Mittelpunkt der Überlegungen stehe zur Zeit die Prüfung mehrerer Varianten für den wichtigen Verknüpfungspunkt des öffentlichen Nahverkehrs.

Wenn am 10. Dezember 2017 wie geplant die ersten Züge zwischen Lüdenscheid und Köln aufs Gleis gehen, wird der Bahnhof der Volmegemeinde Knoten sein für die Bahn, für den Busverkehr und für Fahrradfahrer, die dann auch den neuen Volmetalradweg nutzen können. Und nicht zuletzt müssen auf der zur Verfügung stehenden Fläche ausreichend Pkw-Stellplätze für den Park-and-Ride-Verkehr erhalten bleiben.

Varianten in der Prüfung

Vorstellbar seien grundsätzlich eine Insellösung, bei der Busse den eigentlichen Haltepunkt umfahren. Alternative könnte eine Lösung mit außenliegenden Haltestellen sein, ähnlich wie am Haltepunkt in Lüdenscheid an der Bahnhofstraße/Bahnhofsallee. Dritte Variante könnten Haltestellen auf beiden Straßenseiten sein, so Bursian im LN-Gespräch. Dies sei akribisch abzustimmen mit der Märkischen Verkehrsgesellschaft, die selbst Richtlinien unterliegt. Gleichzeitig müsste der „neue“ Bahnhof auch barrierefrei zugänglich sein. „Davon kann jetzt keine Rede sein“, macht der Chefplaner deutlich.

Bei all diesen Maßnahmen geht es um Verbesserungen der Infrastruktur mit massiver Förderung durch das Land. In Aussicht gestellt sind bis zu 90 Prozent der förderfähigen Kosten für die Gestaltung des Straßenraums.

Dabei plant die Stadt parallel zur Bahn, die die Gleisanlage samt Mittelbahnsteig baut und den „Pluspunkt“ errichtet – den wettergeschützten Wartebereich mit dem Fahrkartenautomaten. Auch die Übergänge seien Sache der Bahn. Konkret bedeutet das für die Stadt, dass man sich im Stadium der Vorplanung befinde und der Bahn „auf den Fuß folgt“, wie der städtische Verkehrsplaner Christian Hayer es schildert. Konkret mit der eigenen Bamaßnahme beginnen könne man, wenn die Bahn das Baufeld geräumt habe.

Während die Planung zumindest räumlich klar umrissen ist, nämlich für den Bereich zwischen der Feuerwache und dem jetzigen Bahnhofsgelände, sind weitere Aspekte noch offen. Das betrifft beispielsweise die kleine Fußgängerbrücke über die Volme in Höhe der Eisdiele an der Volmestraße, für die es noch keine Förderzusage gibt, die aber für die Erreichbarkeit zu Fuß wünschenswert wäre. Doch auch in diesem Fall müsste die Neuherstellung barrierefrei erfolgen.

Unklar ist auch das weitere Verfahren zur Fläche zwischen Bahnhof und Halver Straße, die von vielen Brüggern häufig als ungepflegt kritisiert wird. Die Stadt hat keinen Zugriff darauf: „Das ist Bahngelände.“

„Qualität erzeugen“

Trotz der damit verbundenen Arbeit und knappen personellen Ressourcen sieht Bursian aber mit dem Umbau eine echte Chance für Brügge: „Man kann da eine Menge Qualität erzeugen“, ist seine Einschätzung. Und nicht zu vergessen sei die langjährige Verbundenheit des Stadtteils mit der Bahn. Daher werde man versuchen, mit einer Inszenierung oder einem besonderen Platz diese Tradition in die Pläne aufzunehmen.

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